Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette (SBM-1)

Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette (SBM-1)

PUMA SE ist ein börsennotiertes Unternehmen der Sportartikelindustrie mit Sitz in Herzogenaurach, Deutschland. Wir berichten über unsere Geschäftsaktivitäten in drei große Regionen: EMEA, Amerika und Asien/Pazifik. Diese Regionen sind weiter in folgende Segmente unterteilt: Europa, MEA&I (Naher Osten, Afrika und Indien), Nordamerika, Lateinamerika, Großraum China, Japan, Korea, Südostasien, Ozeanien) und stichd. Gemäß IFRS erfüllen die operativen Segmente Großraum China, Japan, Korea, Südostasien und Ozeanien sowie stichd erfüllen nicht die Größenkriterien für berichtspflichtige Segmente; der Vorstand erachtet diese operativen Segmente jedoch weiterhin als wesentlich, weshalb sie für die externe Segmentberichterstattung weiterhin separat ausgewiesen werden. Die Segmente Japan, Korea sowie Südostasien und Ozeanien werden unter „Übrige Regionen des asiatisch-pazifischen Raums“ zusammengefasst und berichtet. Die Zuordnung zu einem Segment basiert auf den eingetragenen Sitzen der jeweiligen Tochtergesellschaften.

Stand 31. Dezember 2025 besteht die PUMA-Gruppe aus der Muttergesellschaft PUMA SE und 93 Tochtergesellschaften, die direkt oder indirekt von der PUMA SE kontrolliert werden. Die Tochtergesellschaften übernehmen verschiedene Aufgaben auf lokaler Ebene, wie Vertrieb, Marketing, Produktentwicklung, Beschaffung und Verwaltung. Eine vollständige Liste der Tochtergesellschaften ist im Anhang zum Konzernabschluss zu finden.

Unsere Produkte sind in drei Kategorien eingeteilt: Schuhe, Bekleidung und Accessoires. PUMAs Wertschöpfungskette reicht von Produktdesign und Beschaffung über Vertrieb, Einzelhandel und Nutzungsphase bis hin zum Ende der Lebensdauer. Die wichtigsten Geschäftstätigkeiten von PUMA sind: Design, Entwicklung, Beschaffung, Marketing und Vertrieb von Sport- und Sport-Lifestyle-Produkten.

Die vorgelagerte Wertschöpfungskette von PUMA besteht aus Rohstofflieferanten und Produktionspartnern, die für die Beschaffung von Materialien und die Herstellung von Fertigwaren nach den Vorgaben von PUMA verantwortlich sind.

Zu den wichtigsten Inputs für PUMA-Produkte gehören Baumwolle und Polyester für Bekleidung und Accessoires sowie Polyurethan, Ethylvinylacetat (EVA), Natur- und Synthesekautschuk sowie Leder für Schuhe. Die Produktverpackungen bestehen hauptsächlich aus Karton (Außenkartonagen, Schuhkartons und Hangtags) und Polyethylenbeuteln (Primärverpackungen für Bekleidung und Accessoires).

PUMA kauft von ausgelagerten und externen Produktionspartnern fertige Produkte, die nach den von den PUMA-Design- und Entwicklungsteams erstellten Designs und Spezifikationen gefertigt wurden. PUMA arbeitet mit einem globalen Netzwerk ausgewählter Lieferanten zusammen, die PUMA-Qualitätsstandards und das PUMA-Design einhalten.

Die wichtigsten Produkte sind Schuhe, Bekleidung und Accessoires. Diese Produkte bieten Kunden einen Mehrwert durch Innovation, Leistung und Stil, und den Investoren durch Markenstärke und Marktpräsenz.

Die Logistikdienstleister transportieren die fertigen Waren von den Produktionsländern zu PUMAs Vertriebszentren und weiter zu den Einzelhandelsgeschäften, E-Commerce-Plattformen und Endverbraucher*innen. Zu den Vertriebskanälen gehören PUMA-eigene Läden, Großhandelspartner und der Online-Direktverkauf an Verbraucher*innen. Die nachgelagerte Wertschöpfungskette umfasst den Kundendienst und Erwägungen zum Ende des Lebenszyklus, wie z. B. Rücknahmesysteme.

PUMA agiert als Markeneigentümer, Produktdesigner und Vermarkter und koordiniert die Aktivitäten zwischen vorgelagerten Lieferanten und nachgelagerten Kunden. Die Beziehungen des Unternehmens zu wichtigen Geschäftspartnern wie Lieferanten, Logistikdienstleistern und Einzelhändlern werden durch Verträge, Verhaltenskodizes und ein kontinuierliches Engagement geregelt, um die Ausrichtung auf PUMA-Standards zu unterstützen.

PUMA ist in sieben Buisness units unterteilt: Sportstyle, Teamsport, Running & Training, Motorsport, Golf, Basketball und Accessoires. Darüber hinaus ist das PUMA-eigene Unternehmen stichd in den Bereichen Design, Entwicklung, Beschaffung, Marketing und Verkauf von Socken und Bodywear sowie im Vertrieb und Verkauf von Lizenzprodukten tätig. Es verkauft Socken und Bodywear und betreibt Fanshops und Online-Shops für einen Fußballverein und bei Formel-1-Rennen.

Unsere Umsatzerlöse stammen aus dem Verkauf von Produkten der Marken PUMA, stichd und Cobra Golf über den Groß- und Einzelhandel sowie aus dem Direktverkauf an Verbraucher*innen in unseren eigenen Einzelhandels- und Online-Shops. Wir vermarkten und vertreiben unsere Produkte hauptsächlich über unsere eigenen Tochtergesellschaften in Schlüsselregionen. In einigen Ländern gibt es Vertriebsvereinbarungen mit unabhängigen Händlern. PUMA verkauft keine Produkte oder Dienstleistungen, die in bestimmten Märkten verboten sind. PUMA ist nicht in den Produktionssektoren für fossilen Brennstoffen, Chemikalien, Waffen oder Tabakwaren tätig.

Eine Aufschlüsselung des Nettoumsatzes findet sich im Jahresabschluss des entsprechenden Kapitels. Eine Aufschlüsselung der Mitarbeiterzahlen nach Hauptregionen findet sich im Abschnitt S1 Arbeitskräfte des Unternehmens.

Beschaffungsmärkte

Im Geschäftsjahr 2025 kaufte die PUMA International Trading GmbH (PIT) bei 141 unabhängigen Lieferanten (2024: 153 Lieferanten) in 27 Ländern weltweit ein.

PUMA verfolgt eine Strategie mit mehreren Herkunftsländern und viele unserer langfristigen Partner können in mehreren Ländern produzieren. Im Jahr 2025 war Asien mit 95 % des Gesamtvolumens (2024: 94 %) die stärkste Beschaffungsregion, gefolgt von EMEA mit 3 % (2024: 3 %) und Amerika mit 2 % (2024: 3%).

Folglich liegen die sechs wichtigsten Beschaffungsländer von PUMA im Jahr 2025 mit 93 % des Gesamtvolumens (2024: 91 %) alle in Asien. Folglich liegen die sechs wichtigsten Beschaffungsländer von PUMA im Jahr 2025 mit 29 % des Gesamtvolumens (2024: 26 %) alle in Asien. China, ein wichtiges Entwicklungs- und Beschaffungszentrum für alle drei Produktbereiche, war 2025 mit 23 % (2024: 28 %) das zweitgrößte Produktionsland. Kambodscha lag mit 17 % an dritter Stelle (2024: 16 %) und Bangladesch, das sich auf Bekleidung konzentriert, mit 9 % an vierter Stelle (2024: 11 %). Indonesien, mit einem steigenden Anteil an Schuhen, produzierte 9 % des Gesamtvolumens (2024: 6 %) und war PUMAs fünftgrößtes Beschaffungsland. Indien, das hauptsächlich den lokalen Markt bedient, lag mit 6 % an sechster Stelle (2024: 4 %).

G.15 Die Wertschöpfungskette von PUMA im Überblick

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Nachhaltigkeitsstrategie

PUMAs Nachhaltigkeitsstrategie zielt darauf ab, Nachhaltigkeit in die Kernfunktionen des Unternehmens zu integrieren. Unsere Nachhaltigkeitsziele sind auf alle Regionen in PUMAs Wertschöpfungskette angelegt und umfassen verschiedene Aspekte unserer Lieferkette und unserer eigenen Geschäftstätigkeit, alle Produktbereiche und Kundengruppen. Unsere Strategie und Ziele werden von PUMAs Vorstand genehmigt.

Mit unserer Strategie sollen die wichtigsten Herausforderungen der Zusammenarbeit mit ausgelagerten Herstellern angegangen werden. Dazu gehören die Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen, die Umweltauswirkungen, Menschenrechtsfragen und die eingeschränkte Sichtbarkeit von PUMA-Produkten am Ende ihrer Lebensdauer, nachdem sie an die Verbraucher*innen verkauft wurden.

Nach einer DMA, die 2023 mit externer Beratung durchgeführt wurde, und einem Dialog mit Stakeholdern im April 2024 entwickelten wir letztes Jahr unsere neuen Ziele der Vision 2030. Diese beruhen auf den 10FOR25-Säulen Menschenrechte, Klima und Kreislaufwirtschaft. Spezifische Themen im Rahmen dieser Säulen werden wie folgt behandelt:

Menschenrechte

  • Eigene Belegschaft: Vielfalt, Mitarbeiterengagement und Entwicklung der Arbeitnehmer*innen, Gesundheit und Sicherheit sowie gesellschaftliches Engagement
  • Eigene Belegschaft und Arbeitnehmer*innen wichtiger Fabriken (Definition siehe BP-1): faire Arbeitsbedingungen, existenzsichernde Löhne und Geschlechtergerechtigkeit.

Klima

  • Scope 1- und Scope 2-Emissionen: Verringerung der THG-Emissionen oder Emissionsreduktionen durch den Einsatz erneuerbarer Energie und die Umstellung auf einen emissionsfreien oder emissionsarmen Fuhrpark
  • Scope-3-Emissionen: Verringerung der THG-Emissionen oder Emissionsreduktionen durch den Einsatz erneuerbarer Energien, die schrittweise Abschaffung von Kohlekesseln in der Lieferkette und die zunehmende Verwendung weniger CO2-intensiver Materialien
  • Biologische Vielfalt: Festlegung wissenschaftlich fundierter Ziele gemäß der Initiative „Science-Based Targets Initiative for Nature“ (SBTN) und entwaldungsfreies Rinderleder
  • Wasser: recycelte Industrieabwässer in den wichtigsten Fabriken (Definition siehe BP-1).

Kreislaufwirtschaft

  • Produkte: recycelte Materialien, Verzicht auf Plastikverpackungen, kreislauforientiertes Design und Zusammenarbeit mit der Industrie
  • Neue Geschäftsmodelle in ausgewählten Märkten: Reparatur und Weiterverkauf

PUMA hat soziale und ökologische Auswirkungen sowohl auf die vor- als auch auf die nachgelagerte Wertschöpfungskette. PUMA kooperiert eng mit Lieferanten der vorgelagerten Wertschöpfungskette (Produkte und Materialien), um unsere Auswirkungen in der gesamten Lieferkette zu reduzieren. Wir interagieren mit Organisationen von Umweltexperten und UN-Organen wie der UN-Klimakonferenz, um unsere Ziele an internationalen und branchenspezifischen Standards auszurichten. Wir führten zudem Konsultationen mit Organisationen zur Wahrung der Arbeitnehmerrechte, internationalen Gewerkschaften und unserem eigenen Betriebsrat durch, um diese über unseren Ansatz zu fairen Arbeitsstandards und zur Einhaltung der Menschenrechte zu informieren.

Zu den Bemühungen von PUMA, die Auswirkungen der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu verringern, gehört die Beschaffung von zertifizierten und/oder recycelten Materialien, die Überwachung der Einhaltung der Menschenrechte gemäß dem PUMA-Verhaltenskodex sowie die Anwendung von Chemikalienmanagementsystemen.

Der Ansatz von PUMA zur Minderung nachgelagerter Auswirkungen umfasst kontinuierliche Innovation in Produktdesign und -entwicklung, die Zusammenarbeit mit Großhandelspartnern, Marketing-Assets und Marktvertretungen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft sowie zur Unterstützung effizienter Logistik- und Distributionsprozesse.

Obwohl stichd noch keine eigenen Nachhaltigkeitsziele in Anlehnung an PUMAs Vision 2030 festgelegt hat, ist das Unternehmen im Berichtsumfang der meisten Ziele für 2030 einbezogen.

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