Wesentliche auf die Unternehmensführung bezogene Auswirkungen, Risiken und Chancen (IRO-1)
PUMA führt Bewertungen durch, um bestehende Risiken zu bestätigen oder neue Risiken und deren Auswirkungen auf die Unternehmensführung zu identifizieren. In Anbetracht der Art unseres Geschäfts, der Standorte unserer Vertriebseinheiten und Beschaffungseinrichtungen konzentrieren wir uns auf die folgenden Compliance-Risikobereiche: Bestechung, Korruption, Geldwäsche, Betrug, Interessenkonflikte, wettbewerbswidriges Verhalten, Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden. Wenn wir die Auswirkungen von Risiken untersuchen, achten wir auf die Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeiten, unsere Ertragslage und unseren Ruf. Das Ergebnis jeder Risikobewertung ist eine Risikomatrix, mit der wir die ermittelten Risiken nach ihrer Wahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen in eine Rangfolge bringen. Dies hilft uns, unsere Ressourcen auf das Management der kritischsten Risiken zu konzentrieren. Auf diese Weise können nicht nur Risiken erkannt, sondern auch Chancen genutzt werden.
In Bezug auf unsere Geschäftspartner, von denen wir unsere Kernprodukte beziehen, identifizieren wir Risiken durch gründliche Prüfungen, die Sanktions- und Reputationsüberprüfungen sowie die Untersuchung ihrer Nachhaltigkeitsrichtlinien und ethischen Praktiken umfassen. Jeder Geschäftspartner wird unterschiedlich streng geprüft und wir legen die Prioritäten auf der Grundlage des Länderrisikos, des Branchenrisikos und des Geschäftsvolumens fest.
Der Zeithorizont wird für potenzielle Auswirkungen angegeben. Wenn die Auswirkung tatsächlich eintritt, ist sie mit ● markiert
Wesentliches Thema
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Zeithorizont
Position
Beispielhafte (Abhilfe-)Maßnahmen
Unterneh-menskultur
POSITIVE AUSWIRKUNGEN
Starke Unternehmenskultur: Eine starke Unternehmenskultur fördert das Gefühl der Zugehörigkeit, ermutigt zur Zusammenarbeit und unterstützt das psychische Wohlbefinden. Dieses positive Umfeld steigert das Engagement der Mitarbeiter*innen und trägt zur Gesamtleistung des Unternehmens bei.
●
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• Richtlinien zur Unternehmensführung, Standards: umfassende Reihe von Richtlinien, die das Geschäftsverhalten auf konzernweiter Ebene regeln. Diese sollen darauf hinwirken, dass alle Arbeitnehmer*innen auf allen Ebenen die höchsten Standards der Integrität, Transparenz und des ethischen Verhaltens einhalten.
• Weiterbildung und Stärkung der Unternehmenskultur: Weiterbildungsprogramme und Workshops, die sich auf unsere Werte, Ethik und die Entwicklung von Führungskräften konzentrieren.
• Compliance-Management-System (CMS): systematische Vorbeugung, Aufdeckung und Behebung von Gesetzesverstößen. Es basiert auf Risikobewertungen, Richtlinien, Weiterbildung und einer starken Compliance-Kultur
• Richtlinien und Standards zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung: umfassende Reihe von Richtlinien, die das Geschäftsverhalten auf konzernweiter Ebene regeln. Diese sollen darauf hinwirken, dass alle Arbeitnehmer*innen auf allen Ebenen die höchsten Standards der Integrität, Transparenz und des ethischen Verhaltens einhalten
• Weiterbildung und Stärkung zur Prävention von Korruption und Bestechung
NEGATIVE AUSWIRKUNGEN
Geringschätzung der Unternehmenskultur: Wenn sich die Kultur am Arbeitsplatz verschlechtert, sinken Moral und Motivation, die Unzufriedenheit steigt und die Leistung des Unternehmens kann beeinträchtigt werden.
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FINANZIELLE RISIKEN
Geschäftliche Auswirkungen: Wenn es nicht gelingt, einen integrativen, diskriminierungsfreien Arbeitsplatz zu schaffen, kann dies Kreativität, Innovation und das Engagement der Mitarbeiter*innen einschränken. Dies kann unsere Fähigkeit beeinträchtigen, eine starke leistungsorientierte Kultur aufzubauen, unsere Strategie umzusetzen und unsere Ziele zu erreichen, was sich letztlich auf den Geschäftserfolg auswirkt
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Korruption und Bestechung
FINANZIELLE RISIKEN
Reputations- und Regulierungsrisiken: Durch potenzielle Verletzungen fallen Betriebskosten an; Reputations- und Regulierungsrisiken können zu Geldstrafen führen
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Schutz von Hinweisgebern
POSITIVE AUSWIRKUNGEN
Es wird gegen unethisches Verhalten vorgegangen: Ein Arbeitsumfeld, in dem unethisches Verhalten nicht toleriert wird, sorgt für Vertrauen und psychologische Sicherheit. Dies trägt zu einer gesunden Unternehmenskultur bei.
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• Einführung von Regeln für die Fallbearbeitung und Untersuchungsrichtlinien: standardisiertes Verfahren, um Mitarbeitende bei der Entgegennahme der Meldungen und der Untersuchung der Fälle zu unterstützen sowie Hinweisgeber zu schützen
NEGATIVE AUSWIRKUNGEN
Vertrauensverlust: Unzureichender Schutz für Hinweisgeber kann das Vertrauen in das System und die Unternehmenskultur schwächen
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Management der Beziehungen zu Lieferanten
NEGATIVE AUSWIRKUNGEN
Unsichere Arbeitsbedingungen: Lieferanten könnten Abstriche machen, um niedrigen Kostenanforderungen gerecht zu werden (vor allem, wenn schwankende Materialkosten nicht berücksichtigt werden) und um enge Fristen einzuhalten, was zu unsicheren Arbeitsbedingungen führen und sich auf die Work-Life-Balance auswirken kann
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• Einbeziehen von Nachhaltigkeitszielen in Beschaffungsentscheidungen: Nachhaltigkeitsziele in Geschäftsmodellen und KPIs verankern
• Integration von ESG in das ERM: ESG-Risiken mit finanziellem Risikorahmen abstimmen
• Verantwortungsvolle Beschaffungspraktiken umsetzen: Initiativen für verantwortungsvolle Beschaffungspraktiken übernehmen
• Weiterbildung: Weiterbildung der Lieferanten, damit sie die Richtlinien, Vorschriften, bewährten Verfahren und Initiativen im Zusammenhang mit den Aktivitäten und Anforderungen der Marken verstehen
Schlechte Arbeitsbedingungen: Änderungen in letzter Minute, kurze Vorlaufzeiten, verspätete Zahlungen und fehlende langfristige Verpflichtungen können Lieferanten zu ausbeuterischen Praktiken drängen, die zu schlechten Arbeitsbedingungen, unsicheren Arbeitsplätzen und dem Risiko von Zwangsarbeit führen und sich somit negativ auf die Arbeitskräfte auswirken
❶❺❿
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FINANZIELLE RISIKEN
Auswirkungen auf den Umsatz: Ineffiziente Zahlungspraktiken können die Beschaffung von Rohstoffen und die Produktion verzögern, was sich auf den Absatz auswirkt und die Finanzen der Lieferanten belastet
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Qualitätsprobleme: Finanzieller Druck kann Lieferanten dazu veranlassen, Abstriche zu machen (einschl. bei den Arbeitsbedingungen), was zur Folge hat, dass Produkte nicht den Qualitätsstandards der Marke entsprechen, was wiederum Nacharbeiten, Rückgaben und Rufschädigung nach sich zieht
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Beziehungsmanagement: Schlechtes Beziehungsmanagement kann dazu führen, dass Lieferanten weniger bereit sind, günstige Konditionen anzubieten, Kosteneinsparungsmöglichkeiten weiterzugeben oder dringende Bestellungen zu berücksichtigen
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Abhängigkeit von Lieferanten: Eine übermäßige Abhängigkeit von wenigen Lieferanten kann höhere Kosten, Produktionsverzögerungen, Qualitätsprobleme sowie Unterbrechungen und eine Anfälligkeit für Risiken im Zusammenhang mit der Einhaltung von Gesetzen zur Folge haben, wenn das Bewusstsein in diesem Bereich gering ist
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Herausforderungen bei der Einhaltung von Vorschriften: Schlechte Lieferantenbeziehungen können zu unzureichender Kommunikation und Transparenz führen, was die Einhaltung von Handelsvorschriften und Überwachungspraktiken behindert, insbesondere angesichts der sich rasch entwickelnden globalen (ESG-)Vorschriften
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FINANZIELLE CHANCEN
Innovation: Faire und pünktliche Zahlungen schaffen Vertrauen und ermutigen die Lieferanten, innovativ zu sein, sich in die Marken einzubringen und in neue Technologien zu investieren
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Widerstandsfähigkeit: Die Sicherstellung der finanziellen Stabilität der Lieferanten und die Aufrechterhaltung einer regelmäßigen, transparenten Kommunikation verringern das Risiko von Unterbrechungen und erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette, einschl. Krisenreaktion
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Strategie
PUMAs Strategie für die Unternehmensführung basiert auf der Förderung einer starken Unternehmenskultur der Integrität, Transparenz und Verantwortlichkeit. PUMA unterhält ein Compliance-Management-System mit Richtlinien, die darauf ausgerichtet sind, Korruption zu verhindern und ethische Standards zu unterstützen. Die Beziehungen zu den Lieferanten werden durch kontinuierliches Engagement, regelmäßige Bewertungen und den Aufbau von Kapazitäten gepflegt, um die Einhaltung von PUMAs Verhaltenskodex und verantwortungsvollen Beschaffungspraktiken zu unterstützen. PUMA fördert verantwortungsbewusstes Verhalten durch Weiterbildungen, zugängliche Beschwerdemechanismen und den Schutz von Hinweisgebern. So trägt das Unternehmen dazu bei, dass ethische Praktiken im gesamten Betrieb und in der Lieferkette verankert sind.
Unternehmenskultur und Konzepte für die Unternehmensführung (G1-1)
Bei PUMA zu arbeiten bedeutet, dass wir stets rechtmäßig, fair, respektvoll und ethisch handeln. Wir möchten, dass unsere Arbeitnehmer*innen und Geschäftspartner stolz darauf sind, mit uns zu arbeiten. Wir halten uns an die Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen und bemühen uns, alle relevanten Gesetze und Standards in den verschiedenen Ländern und Kulturen einzuhalten, auch wenn sich Herausforderungen ergeben. Angesichts des vielfältigen internationalen und multikulturellen Umfelds, in dem PUMA tätig ist, ist es vielleicht nicht immer offensichtlich oder einfach, „das Richtige“ zu tun.
Um zu verstehen, welche Rolle jede*r Einzelne bei der Einhaltung unserer ethischen Standards spielt, hat PUMA einen Ethikkodex eingeführt, der unsere Werte und Leitprinzipien festlegt. Unsere Werte prägen unsere Identität als Unternehmen und bekräftigen, wofür wir stehen. Für uns ist Erfolg kein wahrer Erfolg, wenn er durch Gesetzesverstöße, Täuschung oder Betrug erreicht wird.
Verstöße gegen das Gesetz oder unsere internen Richtlinien werden nicht toleriert. Wir erwarten von unseren Arbeitnehmer*innen auf allen Ebenen unseres Unternehmens und von unseren Geschäftspartnern in allen Ländern, dass sie sich fair und respektvoll verhalten, Vielfalt schätzen, integer handeln und Verantwortung für unsere Arbeit und die uns anvertrauten Ressourcen übernehmen.
PUMA-Ethikkodex
Unsere wesentlichen Grundsätze für unser Handeln und die Entscheidungsfindung sind zentrale Themen in unserem Ethikkodex. Dazu gehören unter anderem:
Schutz der Menschenrechte
Schaffung einer sicheren Arbeitsumgebung
Respekt geistigen Eigentums
Verantwortungsvoller Umgang mit Vermögenswerten
Einsatz für eine nachhaltige Zukunft
Sorgfältige Auswahl unserer Geschäftspartner
Vermeidung von Interessenkonflikten
Vermeidung von Insiderhandel
Geldwäschebekämpfung
Einhaltung von Handelsvorschriften und Sanktionen
Wettbewerbsverhalten gemäß Kartellrecht
Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Vertraulichkeit von Informationen
Meldung von tatsächlichem oder vermutetem Fehlverhalten
Der PUMA-Ethikkodex ist ein wichtiger Leitfaden, der PUMAs Arbeitnehmer*innen und Geschäftspartnern hilft, PUMAs Werte zu verstehen. Er ist Bestandteil ihrer jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen. Während des Onboarding-Prozesses nehmen neue Mitarbeiter*innen an Orientierungsveranstaltungen teil, die PUMAs Kultur, Werte, Mission und Erwartungen behandeln. Dieser Ansatz trägt dazu bei, dass sich neue Arbeitnehmer*innen mit den Werten und Erwartungen von PUMA vertraut machen.
Um die Unternehmenskultur zu bewerten, führen wir eine strukturierte Überprüfung des Einhaltungsgrades durch. Diese umfasst eine Bewertung der Vertrautheit der Mitarbeiter*innen mit den Richtlinien, der Nutzung des Geschenkeregisters, der Bekanntheit unserer öffentlichen elektronischen Hinweisgeberplattform SpeakUp und der Offenlegung von Interessenkonflikten. Die Unternehmen der PUMA-Gruppe müssen jährlich Compliance-Risikobewertungen und interne Audits durchführen, um zu prüfen, ob die Kontrollen ausreichend und die Richtlinien weiterhin wirksam sind. Weitere Maßnahmen umfassen die Überwachung der Teilnahmequoten bei Schulungen, die Nachverfolgung von Compliance-Verstößen, die Einhaltung der Sorgfaltspflicht gegenüber Geschäftspartnern und die Umsetzung von Sensibilisierungsinitiativen. Die Interne Revision unterstützt die Einhaltung von Vorschriften, indem sie die Wirksamkeit der Compliance-Kontrollen, -Richtlinien und -Verfahren jeweils in ausgewählten Einheiten des gesamten Unternehmens gemäß ihrem Auditplan überprüft. Wenn das Prüfungsteam Vorfälle oder Risiken feststellt, werden diese zur unabhängigen Untersuchung und Nachverfolgung an die Abteilung Group Compliance weitergeleitet. Dieser systematische Ansatz fördert ethische Standards, Transparenz, kontinuierliche Verbesserungen und ein starkes Risikomanagement.
Um nachzuvollziehen, wie PUMA seine Unternehmenskultur in der gesamten Organisation verankert, sollten die Kernelemente, die zusammengenommen ethisches Verhalten, Integrität und Verantwortlichkeit fördern, genauer betrachtet werden. PUMAs Ansatz umfasst ein Compliance-Management-System (CMS), eine Reihe von Richtlinien, die den Ethikkodex untermauern, einen jährlichen Arbeitsplan mit gezielten Schulungsmodulen und Sensibilisierungsinitiativen, einen Hinweisgeber-Mechanismus mit strukturierten Verfahren zur Bearbeitung von Fällen sowie einen Prozess für die Berichterstattung an die Unternehmensorgane, der die Überwachung und kontinuierliche Verbesserung erleichtert. Jede dieser Komponenten spielt eine besondere Rolle bei der Gestaltung und Aufrechterhaltung der Unternehmenskultur von PUMA.
Die Rolle der Verwaltungs-, Aufsichts- und Leitungsorgane (G1-1)
PUMAs Unternehmensorgane verpflichten sich, bei allen Geschäftsaktivitäten im Einklang mit den geltenden Gesetzen und den vom Unternehmen selbst festgelegten Standards für ethisches Verhalten zu handeln. Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für die Umsetzung eines angemessenen und wirksamen CMS, das ein zentraler Bestandteil von PUMAs Integritätsrahmen ist.
Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, wird der Vorstand von der Abteilung Group Compliance unterstützt. Diese umfasst den Chief Compliance Officer, der direkt an den CEO berichtet, um eine unmittelbare Verantwortlichkeit und strategische Ausrichtung zu gewährleisten. Zudem berichtet der Chief Compliance Officer dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats und dem Vorstand vierteljährlich über den Status des CMS und wesentliche Verstöße.
Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, Interessenkonflikte unverzüglich gegenüber der Vorsitzenden des Aufsichtsrats und dem CEO offenzulegen und die anderen Vorstandsmitglieder entsprechend zu informieren. Sie dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsrats- und vergleichbare Mandate außerhalb der PUMA-Gruppe, nur mit vorheriger Zustimmung des Aufsichtsrates übernehmen. Wenn ein Interessenkonflikt auftreten würde, informiert jedes Mitglied des Aufsichtsrats unverzüglich die Aufsichtsratsvorsitzende.
PUMA verlangt, dass seine Führungskräfte über das nötige Fachwissen im Bereich Unternehmensführung verfügen. Die Mitglieder des Vorstands und die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat bringen umfangreiche Erfahrung aus internationalen Unternehmen mit, die sich bei der Schaffung solider Governance-Rahmenbedingungen bewährt haben. Darüber hinaus müssen alle Vorstandsmitglieder eine Schulung zum PUMA-Ethikkodex absolvieren, um ihre Verpflichtung zu ethischer Führung zu bekräftigen.
Um die Einbindung der Unternehmensorgane in Compliance-Angelegenheiten auf lokaler Ebene widerzuspiegeln, ernennt PUMA lokale Compliance-Beauftragte (LCOs). Diese Struktur stärkt die Rolle der lokalen Leitungsorgane bei der Unterstützung der Compliance-Bemühungen, wobei die LCOs für die Kommunikation, Umsetzung und Dokumentation der Compliance-bezogenen Aktivitäten verantwortlich sind.
Compliance-Management-System (CMS)
PUMA hat ein Compliance-Management-System (CMS) eingerichtet, um Regelverstöße in den Bereichen Menschenrechte, Umweltschutz, Korruption, Geldwäsche, Interessenkonflikte, Kartellrecht, Betrug, Veruntreuung oder sonstige Verstöße gegen den Ethikkodex systematisch zu verhindern, frühzeitig zu erkennen und zu sanktionieren. Das CMS hilft uns, innerhalb der gesetzlichen und behördlichen Grenzen zu agieren und gleichzeitig ethisches Verhalten zu fördern. Es ist auf drei Säulen aufgebaut:
Vorbeugen: Compliance-Risiken werden durch jährliche und Ad-hoc-Risikobewertungen ermittelt und beurteilt. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse werden gezielte Richtlinien und Schulungsprogramme entwickelt, um die Risiken zu mindern. Eine einheitliche Kommunikation von der Führungsebene (Tone from the Top) unterstreicht die Bedeutung ethischen Verhaltens und dient als wichtige Präventionsmaßnahme.
Erkennen: Über SpeakUp können sowohl interne als auch externe Stakeholder Bedenken äußern, sodass wir diesen nachgehen. Außerdem haben externe Stakeholder Zugang zu den Beschwerdemechanismen von Drittanbietern. All diese Mechanismen tragen dazu bei, dass Bedenken vertraulich geäußert werden können und dass sie angemessen behandelt werden.
Reagieren: Auf Verstöße reagieren wir je nach Schwere des Falles mit angemessenen Maßnahmen. Dazu können disziplinarische Maßnahmen, Abhilfepläne, Informationskampagnen oder Anpassungen der Schulungsinhalte und -zyklen an neu erkannte Risiken gehören. Fallstudien und klare Anleitungen werden genutzt, um die Lernergebnisse zu festigen und zukünftige Vorfälle zu verhindern.
Das CMS wird von Group Compliance verwaltet, die unabhängig agiert und gemeinsam mit unseren LCOs in allen Tochtergesellschaften dafür sorgt, dass die Arbeitnehmer*innen der Gruppe die Werte von PUMA einhalten. Die LCOs dienen als wichtige Ansprechpartner für die Arbeitnehmer*innen. Sie bieten Orientierung durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen und kümmern sich um Compliance-bezogene Vorfälle. Um die Zusammenarbeit und Einheitlichkeit im gesamten Compliance-Netzwerk des Unternehmens zu fördern, finden vierteljährlich virtuelle Treffen mit den LCOs statt.
Wie im vorangegangenen Abschnitt beschrieben, erstattet der Chief Compliance Officer sowohl dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats als auch dem Vorstand vierteljährlich Bericht über den Stand des CMS.
Richtlinien
PUMA hat eine Reihe von Richtlinien aufgestellt, die Orientierung zu verantwortungsvollem unternehmerischem Handeln geben. Diese Richtlinien dienen als Grundlage für verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln. Sie sollen Fehlverhalten verhindern, Integrität fördern und die verstärkte Einhaltung geltender Gesetze und internationaler Standards sicherstellen. Unsere Richtlinien sollen verständlich und zugänglich sowie in verschiedenen lokalen Kontexten anwendbar sein. Sie sind für alle PUMA-Unternehmen und -Tochtergesellschaften verbindlich. Die Richtlinien bilden eine einheitliche Grundlage für ethisches Verhalten in verschiedenen Regionen. Wenn lokale Gesetze ähnliche Ziele verfolgen, sich aber in ihrem Umfang unterscheiden, haben die Bestimmungen Vorrang, die einen umfassenderen oder spezifischeren Schutz vorschreiben.
Jede Compliance-Richtlinie wird vom CEO an alle Mitarbeiter*innen weitergegeben, um ethisches Verhalten durch einen starken Tone from the Top zu betonen. Die Richtlinien werden per E-Mail verteilt und können über den PUMA SharePoint abgerufen werden. Außerdem wird in jeder Richtlinie eine Kontaktperson genannt, die bei der Auslegung und Umsetzung behilflich ist. Sofern nicht anders angegeben, gab es im Jahr 2025 keine Änderungen an den Richtlinien.
Ethikkodex
Der Ethikkodex von PUMA beschreibt die ethischen Grundprinzipien für das Verhalten der Mitarbeiter*innen und betont Rechtmäßigkeit, Fairness, Respekt und Integrität. Er fördert Werte wie Verantwortlichkeit und ein starkes Engagement für Vielfalt und Inklusion, unterstützt durch wichtige Leitprinzipien. Diese Richtlinie gilt sowohl für PUMAs eigenen Betrieb als auch für seine vorgelagerten Aktivitäten. Die Compliance-Abteilung ist für ihre Umsetzung verantwortlich und sie wird auf der Unternehmenswebsite sowie dem internen PUMA SharePoint veröffentlicht.
Grundsatzerklärung zu den Menschenrechten
Die Grundsatzerklärung zu den Menschenrechten bekräftigt PUMAs Engagement für die Einhaltung der Menschenrechte über seine gesamte Geschäftstätigkeit und Lieferkette hinweg. Sie legt einen soliden Rahmen für die Sorgfaltspflicht fest, der darauf abzielt, tatsächliche und potenzielle negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit zu erkennen, zu verhindern, abzumildern und zu beheben. Die Grundsatzerklärung zu den Menschenrechten gilt sowohl für den eigenen Geschäftsbereich als auch für vorgelagerte Aktivitäten, wobei die Compliance-, P&O- und Nachhaltigkeitsteams die Hauptverantwortung für die Umsetzung innehaben. Sie ist auf der Website und auf dem PUMA SharePoint verfügbar. Im Jahr 2025 wurde dieses Regelwerk aktualisiert, um neue Anforderungen des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) zu übernehmen.
Menschenrechtsrichtlinie
In dieser Richtlinie werden grundlegende Prinzipien für die Einhaltung der Menschenrechte durch einen Top-Down-Ansatz dargelegt. Darin sind die geltenden Anforderungen, Kontrollen und Maßnahmen aufgeführt, die von allen PUMA-Unternehmen umgesetzt werden müssen, um die Rechte der Beschäftigten zu schützen. Die Richtlinie stützt sich auf internationale Standards wie die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGP), die zentralen IAO-Konventionen, den Global Compact der Vereinten Nationen (UNGC) und die OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen. Sie gilt für den eigenen Betrieb und wird von Compliance und P&O umgesetzt. Die Veröffentlichung erfolgt auf der Website und dem PUMA SharePoint.
Verhaltenskodex
Der Verhaltenskodex definiert die sozialen und ökologischen Standards, die von PUMAs Geschäftspartnern erwartet werden. Er verlangt die Einhaltung internationaler Menschenrechtsstandards, die Befolgung geltender Gesetze und die Vermeidung rechtswidriger Aktivitäten. Der Kodex zielt darauf ab, die Rechte von Arbeitnehmer*innen und Stakeholdern zu schützen, die von den Aktivitäten der Geschäftspartner betroffen sind. Er gilt für vorgelagerte Aktivitäten und wird von Compliance und der Abteilung Supply Chain Sustainability umgesetzt. Der Kodex wird auf der Website und dem PUMA SharePoint veröffentlicht. Im Jahr 2025 wurde der Verhaltenskodex aktualisiert, um neue Anforderungen des LkSG zu übernehmen.
Richtlinie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Diese Richtlinie schafft einen Rahmen, der die Einhaltung der nationalen und internationalen Gesetze zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption unterstützen soll. Sie soll den Eindruck einer unzulässigen Beeinflussung in PUMAs Geschäftsbeziehungen mit Dritten verhindern. Die Richtlinie wurde auf der Grundlage des Übereinkommens der Vereinten Nationen gegen Korruption entwickelt und soll dazu beitragen, Risiken wie Strafen, finanzielle Verluste und Rufschädigung zu mindern. Sie gilt für den eigenen Betrieb und wird von Compliance umgesetzt. Die Veröffentlichung erfolgt auf dem PUMA SharePoint. Diese Richtlinie wird im Jahr 2026 überprüft.
Richtlinie zur Bekämpfung von Geldwäsche
Diese Richtlinie bietet Orientierungshilfen und Regeln für Situationen, in denen das Risiko einer unbeabsichtigten Beteiligung an Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung besteht. Sie gilt für den eigenen Betrieb und wird von Compliance umgesetzt. Sie wird intern auf dem PUMA SharePoint veröffentlicht.
Richtlinie zur Sorgfaltspflicht gegenüber Geschäftspartnern
Die Richtlinie setzt strenge Standards für die Zusammenarbeit mit Partnern aus unterschiedlichen rechtlichen und kulturellen Hintergründen. Sie verlangt von den Partnern, dass sie Korruption vermeiden, Steuern zahlen, die Menschenrechte achten und die Umwelt schützen. Die Richtlinie umfasst Onboarding- und Kontrollverfahren, wobei Partner mit hohem Risiko einer zusätzlichen Sorgfaltsprüfung unterzogen werden. Sie gilt für den eigenen Betrieb sowie vorgelagerte Aktivitäten und wird von Compliance umgesetzt. Die Veröffentlichung erfolgt auf dem internen PUMA SharePoint.
Richtlinie zur Vermeidung von Interessenkonflikten
In dieser Richtlinie werden die Grundsätze und Regeln zur Vermeidung und Bewältigung von Interessenkonflikten dargelegt, um sicherzustellen, dass persönliche Interessen die Geschäftsentscheidungen nicht beeinflussen. PUMA erwartet von seinen Arbeitnehmer*innen, dass sie diese Standards im gesamten Geschäftsbetrieb einhalten. Compliance ist für ihre Umsetzung verantwortlich und sie wird auf dem internen PUMA SharePoint veröffentlicht.
Regeln für das Beschwerdeverfahren
Die Regeln für das Beschwerdeverfahren beschreiben die Grundsätze und Verfahren für den Umgang mit Beschwerden im Zusammenhang mit Menschenrechts- oder Umweltrisiken und -verstößen. Sie gelten sowohl für den eigenen Betrieb als auch für vorgelagerte Aktivitäten und werden von Compliance umgesetzt. Die Regeln werden auf der Website und dem PUMA SharePoint veröffentlicht.
Richtlinie für die Meldung von Missständen
Die Richtlinie unterstützt eine Kultur der Null-Toleranz gegenüber unethischem Verhalten, Betrug, Korruption, unlauterem Wettbewerb und anderem schwerem Fehlverhalten. Sie enthält detaillierte Erläuterungen zur Meldung von Verstößen oder Verdachtsfällen. Sie gilt für den eigenen Betrieb und wird von Compliance umgesetzt. Die Veröffentlichung erfolgt auf dem internen PUMA SharePoint.
Tierschutzkonzept
Diese Richtlinie spiegelt PUMAs Engagement für ethische Beschaffung und verantwortungsvolle Produktion wider. Sie stellt sicher, dass die in der Lieferkette verwendeten tierischen Produkte nicht von unmenschlich behandelten Tieren stammen, und schließt Häute oder Felle von exotischen Arten aus, die auf der CITES-Liste oder der Roten Liste der IUCN stehen. Sie gilt für den eigenen Betrieb sowie für vorgelagerte Aktivitäten und wird vom Chief Operating Officer umgesetzt. Die Veröffentlichung erfolgt auf der Website und dem PUMA SharePoint.
Richtlinienschulungen zur Unternehmensführung
PUMAs Schulungsstrategie zur Einhaltung von Vorschriften wird vom Vorstand genehmigt. Sie unterstützt alle Arbeitnehmer*innen und die zentralen Governance-Organe dabei, die ethischen Standards des Unternehmens zu verstehen und aufrechtzuerhalten. Die Strategie legt den Umfang der Schulungen fest, einschließlich der wichtigsten Themen, Schulungsmodule, Zielgruppen, Häufigkeit und Tiefe.
Um die ethische Unternehmensführung zu stärken, müssen alle Mitarbeiter*innen jedes Jahr zwei verpflichtende E-Learning-Module absolvieren. Neue Mitarbeiter*innen erhalten eine Einführungsschulung, die sich auf den Ethikkodex konzentriert und PUMAs Compliance-Kultur, die wichtigsten Risikobereiche, relevante Richtlinien und den Hinweisgeberkanal SpeakUp vorstellt.
Zusätzlich zu den jährlichen Online-Schulungen werden auf Anfrage oder in bestimmten Risikosituationen auch Präsenzschulungen angeboten. Diese Sitzungen dienen sowohl der Prävention als auch der Korrektur.
Die Mitglieder des Vorstands nehmen an allen obligatorischen E-Learning-Programmen zur Unternehmenskultur und zum ethischen Verhalten teil. Die Schulungen werden vom CEO weltweit kommuniziert und genau überwacht, um eine vollständige Teilnahme und die Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen.
Um mit den sich entwickelnden Vorschriften und neuen Risiken Schritt zu halten, überprüft und aktualisiert PUMA seine Compliance-Schulungsstrategie jährlich.
Mechanismen zur Feststellung rechtswidrigen Verhaltens und zur Einreichung von Beschwerden (G1-1)
SpeakUp ist PUMAs öffentliche elektronische Hinweisgeberplattform, die für unsere Mitarbeiter*innen und für Mitarbeiter*innen unserer Geschäftspartner zugänglich ist. Die Plattform ermöglicht es, Risiken oder tatsächliche/potenzielle Verstöße gegen Gesetze, die Richtlinien von PUMA, die Menschenrechte oder Umweltvorschriften zu melden. Unsere Hinweisgeberplattform entspricht dem deutschen Hinweisgeberschutzgesetz, das die Richtlinie (EU) 2019/1937 umsetzt.
Sämtliche Beschwerden werden ernst genommen und gemäß unseren Regeln für das Beschwerdeverfahren und der Richtlinie für die Meldung von Missständen vertraulich untersucht. Wir haben Verfahren eingeführt, um Vorfälle im Zusammenhang mit der Unternehmensführung, einschließlich Korruption und Bestechung, unverzüglich, unabhängig und objektiv zu untersuchen. Dies erfolgt auf Grundlage unserer Regeln für die Fallbearbeitung und Untersuchungsrichtlinien. Beschwerdeführer*innen haben die Möglichkeit, anonym zu bleiben. Wenn Beschwerdeführer*innen ihre Identität preisgeben, wird diese ohne ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben, es sei denn, dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Informationen im Zusammenhang mit Untersuchungen werden nur weitergegeben, wenn dies erforderlich ist (Need-to-Know-Prinzip).
Arbeitnehmer*innen von PUMA, externe Stakeholder, Menschenrechts- und Umweltschützer, Rechteinhaber und Arbeitnehmer*innen unserer Geschäftspartner entlang der gesamten Lieferkette können Beschwerden in gutem Glauben einreichen, ohne Vergeltungsmaßnahmen befürchten zu müssen. PUMA toleriert keinerlei Drohungen, Einschüchterungen oder Angriffe auf Menschenrechts- und Umweltschützer. Vergeltungsmaßnahmen gegen beschwerdeführende Personen führen zu entsprechenden Disziplinarmaßnahmen. Bei Beschwerden, die nicht von PUMA-Mitarbeiter*innen eingereicht werden, arbeitet PUMA mit seinen Lieferanten oder Drittparteien zusammen und bemüht sich, die Vertraulichkeit der beschwerdeführenden Person zu wahren. Es werden keine Maßnahmen ergriffen, die darauf abzielen, die beschwerdeführende Person zu identifizieren.
Für die Beschäftigten in der Lieferkette verlangt PUMA von seinen Lieferanten vertraglich, dass sie den PUMA-Verhaltenskodex einsehbar machen, der auf SpeakUp hinweist. Die Einhaltung wird durch Lieferantenaudits überwacht. Darüber hinaus verpflichtet PUMA seine Lieferanten, dafür zu sorgen, dass auch die vorgelagerten Partner in ihren eigenen Lieferketten wirksame Beschwerdemechanismen für ihre Arbeitnehmer*innen einrichten. Alle Ebenen in die Verantwortung einzubeziehen, trägt dazu bei, den Zugang zu Beschwerdemechanismen zu verbessern und die Verantwortlichkeit entlang der gesamten Lieferkette zu stärken. Fabrikarbeiter*innen können ihre Beschwerden alternativ über die unabhängigen Kanäle von Micro Benefits, Labor Solutions, Hamari Awaz und Amader Kotha einreichen. Beschwerden von Fabrikarbeiter*innen, die unabhängige Beschwerdekanäle nutzen, werden an PUMA weitergeleitet, wenn die Fabrikleitung nicht rechtzeitig reagiert.
Im Rahmen unserer Verpflichtung zu verantwortungsvollem unternehmerischem Handeln und effektivem Beschwerdemanagement unterstützen wir unsere Arbeitnehmer*innen dabei, sich umfassend über die Nutzung von SpeakUp zu informieren. Das Bewusstsein wird durch visuelle Materialien wie Poster, die Aufnahme in interne Kommunikationskanäle und die Einbeziehung in alle relevanten Unternehmensrichtlinien gestärkt. Die Plattform wird in den Compliance-Schulungsmodulen und im Onboarding-Prozess vorgestellt, um zu verdeutlichen, dass SpeakUp die richtige Anlaufstelle ist, um Bedenken oder Fehlverhalten zu melden.
Im Jahr 2025 wurde SpeakUp technisch weiterentwickelt, um die Nachverfolgung von Beschwerden zu verbessern und die Berichtstransparenz in unserem Betrieb und in der Lieferkette zu erhöhen. Im Zuge dieser Verbesserungen wurde eine neue Sprachaufzeichnungsfunktion eingeführt, die es ermöglicht, Berichte mündlich einzureichen. Die Audiodaten werden automatisch in Text umgewandelt und können übersetzt werden, was die Zugänglichkeit für Nutzer*innen verbessert, die nicht über ausreichende Sprach-, Lese- oder Schreibkompetenzen verfügen. Um dies zu unterstützen, wurden gezielte Schulungen für die zuständigen Fallmanager einschließlich LCOs, POs und Beschaffungsteams durchgeführt. Diese Schulungen dienten dazu, Kapazitäten aufzubauen und eine einheitliche, faire und zeitnahe Bearbeitung von Beschwerden zu fördern. Darüber hinaus haben wir Benutzerhandbücher und übersichtliche One-Pager entwickelt, um die praktische Nutzung der Plattform zu erleichtern und die Bewertung von Beschwerden zu unterstützen. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, die Zugänglichkeit der Plattform für die Stakeholder zu verbessern.
Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung (G1-3, G1-4)
PUMAs Richtlinie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung bildet einen Rahmen, um die einschlägigen Gesetze und internationalen Standards einzuhalten. Unser CMS verfolgt einen systematischen Ansatz, um Korruptions- und Bestechungsrisiken zu verhindern, aufzudecken und darauf zu reagieren. Die Bekämpfung von Korruption und Bestechung gehört zu den Standardthemen der Online- und Präsenz-Compliance-Schulungen für alle Arbeitnehmer*innen. Zudem ist das Thema Bestandteil der Lieferantenschulungen und des Lieferanten-Onboardings. Die Mitglieder des Vorstands werden in den jährlichen Compliance-Schulungsplan einbezogen. Der Aufsichtsrat erhält in vierteljährlichen Sitzungen Aktualisierungen und Schulungen zu Entwicklungen im Bereich der Bestechungs- und Korruptionsbekämpfung, um das Bewusstsein kontinuierlich zu stärken.
Alle Bedenken in Bezug auf Korruption und Bestechung können zudem vertraulich über SpeakUp gemeldet werden, das sowohl für Mitarbeiter*innen als auch für externe Geschäftspartner zugänglich ist. Die Interne Revision unterstützt die Einhaltung der Vorschriften zur Korruptions- und Bestechungsbekämpfung, indem sie die entsprechenden Kontrollen und Verfahren bewertet. Identifizierte Risiken oder Vorfälle werden zur unabhängigen Überprüfung und Weiterverfolgung an Group Compliance weitergeleitet. Die Meldungen werden von Group Compliance unabhängig untersucht, wobei zur Vermeidung von Interessenkonflikten Untersuchungsbeauftragte ernannt werden, die in der Regel aus nicht beteiligten Abteilungen stammen. Falls erforderlich, werden alternativ externe Expert*innen beauftragt. Klare Berichtslinien stellen sicher, dass die Untersuchungsbeauftragten ausschließlich der Compliance-Abteilung Bericht erstatten. Bei besonders heiklen Fällen können externe Untersuchungsbeauftragte oder forensische Prüfer*innen hinzugezogen werden. Group Compliance überwacht alle Untersuchungen, um die Einhaltung von Protokollen und Fairness zu gewährleisten.
Der Chief Compliance Officer berichtet dem Vorstand und dem Aufsichtsrat vierteljährlich über die Ergebnisse der Untersuchungen. PUMA verfolgt eine Null-Toleranz-Politik in Bezug auf Korruption und Bestechung. Für bestätigte Fälle sind disziplinarische Konsequenzen und Abhilfepläne vorgesehen.
Im Jahr 2025 gab es bei PUMA keine Verurteilungen oder Geldstrafen wegen Verstößen gegen Gesetze zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption.
Im Jahr 2025 wurden sowohl die Richtlinie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung als auch die Richtlinie zur Sorgfaltspflicht gegenüber Geschäftspartnern in speziellen Online-Schulungen für alle Mitarbeiter*innen auf Konzernebene thematisiert. Die Schulungsdaten spiegeln die jährlichen Kampagnen für Compliance-Schulungen wider. Die nachfolgend angegebenen Prozentsätze beziehen sich auf die während des Kampagnenzeitraums teilnahmeberechtigten Arbeitnehmer*innen. Unwesentliche Faktoren, wie Einstellungen nach Abschluss der Kampagne, wirken sich nicht wesentlich auf die gesamte Compliance-Abschlussquote aus.
T.77Online-Schulung zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption1
2025
Region
Abschlussquote (in %)
Deutschland
99,1
EEMEA
98
APAC
96,5
LATAM
95,8
Nordamerika
94
Gesamt
96.9
1 Wichtigste Themen der Online-Schulung: Zweck und Richtlinienrahmen, Definitionen und Arten von Korruption, Identifizierung von Amtsträger*innen, Erkennung von Bestechung, Geschenke und Bewirtung, Fallbeispiele und praktische Anleitungen, Meldemechanismen und wichtigste Erkenntnisse.
T.78Online-Schulung zur Richtlinie zur Sorgfaltspflicht gegenüber Geschäftspartnern1
2025
Region
Abschlussquote (in %)
Deutschland
99,2
EEMEA
99,3
APAC
99,1
LATAM
99,5
Nordamerika
97,7
Gesamt
99
1 Wichtigste Themen: Zweck und Richtlinienrahmen, Definitionen, Onboarding und Risikobewertung, Sorgfaltspflicht, bewährte Praktiken, praktische Szenarien und wichtigste Erkenntnisse.
Management der Beziehungen zu Lieferanten (G1-2)
PUMA minimiert Unterbrechungen in der Lieferkette durch Maßnahmen, die mit der Strategie und dem Risikomanagement des Unternehmens in Einklang stehen:
Finanzierungsprogramm für Anbieter: Das 2016 eingeführte Programm bietet Lieferanten durch Partnerschaften mit Banken wie BNP Paribas, Standard Chartered Bank und HSBC attraktive Finanzierungskonditionen und ermöglicht Liquidität bei Betriebsunterbrechungen.
Gemeinsame Anpassungen: Während unvorhergesehener Produktionsunterbrechungen (z. B. durch Pandemien oder nationale Unruhen) arbeitet PUMA mit Einzelhandelspartnern und Herstellern zusammen, um die Bestellungen anzupassen, die Belastung zu verteilen und die Geschäftskontinuität zu erhalten.
Fortlaufende Kommunikation: PUMA unterhält einen ständigen Dialog mit seinen Lieferanten, um Risiken in Bezug auf Arbeitsunterbrechungen, Entlassungen, Lohnzahlungen und Arbeitsbedingungen proaktiv zu bewerten.
Verantwortungsvolle Beschaffung: PUMA ist bestrebt, Bestellungen vollständig zu bezahlen und Materialkosten zu erstatten, auch wenn Bestellungen storniert werden. Dies trägt dazu bei, Vertrauen und Verlässlichkeit aufzubauen.
Richtlinien zu Gesundheitsschutz und Sicherheit: PUMA weist die Hersteller an, Richtlinien von Regierungen und der Internationalen Arbeitsorganisation zum Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer*innen zu befolgen, um einen sicheren Betrieb in Krisensituationen zu unterstützen.
Nachhaltigkeitsstrategie: PUMAs Strategie, die sich an den SDGs orientiert, konzentriert sich auf Menschenrechte, Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft, um langfristige Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit zu fördern.
PUMA ist sich der Auswirkungen seiner Geschäftspraktiken auf die Lieferanten bewusst und ist bestrebt, negative Auswirkungen durch seine Richtlinie über verantwortungsvolle Beschaffung zu reduzieren. Seit 2019 dient die Richtlinie über verantwortungsvolle Beschaffung als Leitfaden für die Entscheidungsfindung. PUMA schult seine Mitarbeitenden in der Beschaffung und Lieferanten bezüglich dieser Richtlinie und verweist auf die UNGP, um den Zusammenhang zwischen Beschaffungspraktiken, Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsrisiken zu verdeutlichen.
Strategische Tier-1-Lieferanten werden gebeten, an der anonymen Better-Buying-Umfrage teilzunehmen, um Feedback zu PUMAs verantwortungsvollen Beschaffungspraktiken zu erhalten und dazu beizutragen, dass wir Verbesserungen voranbringen. Wir teilen die Ergebnisse der Umfrage mit unserem Beschaffungsteam und unseren Lieferanten. Im Jahr 2025 haben wir diese Umfrage nicht durchgeführt.
Seit 2023 umfassen die Beschaffungspraktiken von PUMA eine verantwortungsbewusste Ausstiegsklausel. Gemäß den Richtlinien der Fair Labor Association verpflichtet sich PUMA, einen Vorlauf von mindestens sechs Monaten einzuhalten, bevor Bestellungen erheblich reduziert oder Geschäftsbeziehungen beendet werden. Auf der Grundlage der durchschnittlichen Produktionskapazitäten der letzten zwei bis drei Jahre kann eine längere Kündigungsfrist gewährt werden, um die Auswirkungen auf die Arbeitnehmer*innen abzumildern und den Lieferanten Zeit zu geben, neue Käufer zu finden.
PUMAs Verhaltenskodex ist fester Bestandteil der Produktionsvereinbarungen. Als Teil der Produktionsvereinbarungen unterzeichnen alle Lieferanten eine rechtsverbindliche Grundsatzerklärung. Diese legt die Grundsätze und Standards fest, die von den Lieferanten einzuhalten sind, einschließlich der Anhänge zu Korruptionsbekämpfung, Gebäudesicherheit, Tierschutz, PUMA-Nachhaltigkeitsaudits, eingeschränkten Stoffen und PUMA-Richtlinien zur Beschaffung von Baumwolle. Der Lieferant erkennt die Bedeutung der Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards an und garantiert diese Rechte allen Arbeitnehmer*innen und betroffenen Stakeholdern. Darüber hinaus verpflichtet sich der Lieferant, die international anerkannten Menschenrechte zu respektieren, alle geltenden Gesetze zur Verhinderung von Sklaverei, Leibeigenschaft, Zwangsarbeit und Menschenhandel einzuhalten und alle Aktivitäten zu vermeiden, die eine Straftat darstellen würden.
PUMA erweitert seine lokalen Lieferketteninitiativen in Märkten wie China, Indien, Lateinamerika und der Türkei. Durch die regionale Beschaffung von Materialien und Produkten pflegt PUMA engere Beziehungen zu lokalen Lieferanten.
Zahlungspraktiken (G1-6)
PUMA hat seine Lieferkette digitalisiert, um Transparenz und operative Effizienz zu steigern und dadurch pünktliche Zahlungen an die Lieferanten zu fördern. Durch die Digitalisierung werden alle Zahlungen an Lieferanten automatisiert und papierlos abgewickelt, was die Einhaltung der geltenden Zahlungsbedingungen unterstützt. PUMAs Standardvertragsbedingungen sehen vor, dass Zahlungen 90 Tage nach Erhalt der Rechnung erfolgen. Um die Bezahlung der Lieferanten über unsere Standardzahlungsbedingungen hinaus zu unterstützen, ermöglicht das PUMA Vendor Financing Programme unseren Lieferanten verkürzte Zahlungsziele über die Bankpartner. 2025 wurden etwa 99 % der jährlichen Rechnungen gemäß den Standardbedingungen bezahlt, wobei die Zahlung durchschnittlich innerhalb von 95 Tagen erfolgte. Die übrigen Rechnungen wurden auf Grundlage der zwischen der Vertriebsgesellschaft und dem Lieferanten vereinbarten lokalen Bedingungen bezahlt. 2025 gab es keine ausstehenden Gerichtsverfahren wegen Zahlungsverzug, da das Zahlungsverfahren automatisiert ist.
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