Wesentliche umweltverschmutzungsbedingte Auswirkungen, Risiken und Chancen (IRO-1)
PUMA hat Maßnahmen ergriffen, um die Umweltrisiken innerhalb seiner Wertschöpfungskette zu bewerten und anzugehen. PUMA ist der „Zero Discharge of Hazardous Chemicals“-Stiftung (ZDHC) beigetreten, eine Organisation verschiedener Stakeholder, die sich dafür einsetzt, gefährliche Chemikalien aus der globalen Bekleidungs- und Schuhlieferkette zu verbannen. Das Unternehmen hat branchenübliche Standards der ZDHC, einschließlich der Manufacturing Restricted Substances List (MRSL) und der Wastewater Quality Guideline, angewendet. Die ZDHC MRSL definiert chemische Stoffe, die im Herstellungsprozess nur eingeschränkt verwendet werden dürfen; die Wastewater Quality Guideline wendet diese Anforderungen auf die Abwasserqualität an. Diese Standards wurden in PUMAs Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele integriert, um eine kontinuierliche Einhaltung und Umsetzung zu ermöglichen. Darüber hinaus berücksichtigt PUMA die Produktsicherheit von Chemikalien durch die Anwendung branchenüblicher Restricted-Substances-List-Standards (RSL) für Endprodukte der Apparel and Footwear International RSL Management (AFIRM), die Leitlinien zur Reduzierung des Einsatzes potenziell schädlicher Stoffe bereitstellen.
Wir bewerteten PUMAs Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) in Bezug auf die Umweltverschmutzung unter Anwendung der gleichen Methodik, die im Abschnitt Verfahren zur Ermittlung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen (IRO-1) beschrieben ist. Betroffene Gemeinschaften wurden im IRO-Prozess nicht direkt einbezogen; jedoch wurden im Jahr 2025 lokale Stakeholder in wesentlichen Beschaffungsmärkten konsultiert. Ausführliche Informationen zur Einbeziehung der Stakeholder finden sich im Abschnitt Interessen und Ansichten der Stakeholder (SBM-2).
Diese Bewertung umfasste ein Screening der Standorte und geschäftlichen Aktivitäten bezüglich der tatsächlichen und potenziellen Treibhausgasemissionen (THG) und anderer Schadstoffe. Während Treibhausgasemissionen unter E1 Klimawandel gemeldet werden, konzentriert sich dieser Abschnitt ausschließlich auf andere Schadstoffe.
Boden- und Luftverschmutzung wurden für PUMA nicht als wesentliche Themen identifiziert, da sie im Vergleich zur Wasserverschmutzung keine wesentlichen Umweltauswirkungen in unserer Wertschöpfungskette darstellen.
PUMA ist in seinen Geschäftsaktivitäten auf Ökosystemleistungen wie sauberes Wasser und gesunde Böden angewiesen (für den Anbau natürlicher Fasern und die Bindung von CO₂). Diese natürlichen Systeme übernehmen Funktionen wie die Filterung von Schadstoffen, den Abbau von Abfällen und die Unterstützung ökologischer Prozesse.
T.31Wesentliche umweltverschmutzungsbedingte Auswirkungen, Risiken und Chancen (IRO-1)
Position in der Wertschöpfungskette ■□□ Vorgelagert □■□ Eigene Geschäftstätigkeiten □□■ Nachgelagert
Der Zeithorizont wird für potenzielle Auswirkungen angegeben. Wenn die Auswirkung tatsächlich eintritt, ist sie mit ● markiert.
Wesentliches Thema
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Zeit-horizont
Position
Beispielhafte (Abhilfe-)Maßnahmen
Wasser-verschmutz-ung
POSITIVE AUSWIRKUNGEN
Gesundheit der Ökosysteme: Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser fördert gesündere Ökosysteme und sauberere Gewässer, reduziert die Umweltverschmutzung und schützt die Artenvielfalt. Sie stärkt auch die Resilienz von Landwirtschaft und Industrie und trägt zu einer nachhaltigen Ressourcenbewirtschaftung und einer verbesserten Lebensqualität für die Gemeinschaften bei.
①⑤❿
■□□
• Abwasseraufbereitung: Überwachung, ob Fabriken über funktionierende Abwasserbehandlungssysteme verfügen
• Baumwollanbau: Bezug von Baumwolle aus verantwortungsvollen landwirtschaftlichen Programmen (einschließlich solcher mit regenerativen Ansätzen)
• Schulungen für Lieferanten: Schulungen für Lieferanten und Arbeitnehmer*innen zu Standards und Praktiken der Chemikaliensicherheit und des Wassermanagements
• Wasserschutzprojekt: Prüfung von und Beteiligung an Projekten zur Verringerung der Wasserverschmutzung
NEGATIVE AUSWIRKUNGEN
Wasserverschmutzung durch Landwirtschaft und Produktion: Baumwollanbau und Textilproduktion können mit dem Einsatz von Chemikalien verbunden sein, die zur Beeinträchtigung von Wasserressourcen sowie von Ökosystemen und der Gesundheit lokaler Gemeinschaften beitragen können. Fabriken in nachgelagerten Stufen können bei der Einführung saubererer Technologien vor Herausforderungen stehen, unter anderem im Hinblick auf Kosten und regulatorische Anforderungen. Die Einleitung unbehandelter oder unzureichend behandelter Abwässer, die gefährliche Stoffe enthalten können, kann lokale Wasserressourcen beeinträchtigen und Auswirkungen auf aquatische Ökosysteme haben.
●
■□□
Mikroplastik
NEGATIVE AUSWIRKUNGEN
Verunreinigung durch Mikroplastik: Synthetische Materialien wie Polyester und Nylon setzen beim Waschen Mikroplastik frei, das vor allem das Wasser und in geringerem Maße durch Schwebefasern auch die Luft verschmutzt. Der Umgang mit diesem Thema ist herausfordernd, insbesondere tiefer in der Lieferkette, wo es weniger bekannt ist und Lösungen zur Abwasserbehandlung teurer sind.
●
■□■
• Einbau von Mikrofaserfiltern: in Kläranlagen oder in Waschsystemen
• Kleidungsdesign: Produktdesign unter dem Aspekt einer möglichen Reduzierung des Faserabriebs (z. B. durch dichtere Gewebestrukturen oder faserreduzierende Oberflächen)
Besorgnis-erregende und besonders besorgnis-erregende Stoffe
NEGATIVE AUSWIRKUNGEN
Chemische Gefahren: Besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe sind Chemikalien, die potenziell für die menschliche Gesundheit und die Umwelt schädlich sind, insbesondere wenn sie sich nur schwer ersetzen lassen.
●
■□□
• Chemikalienmanagementsystem: Einrichtung von Mechanismen zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und branchenüblicher Standards zu Chemikalienbeschränkungen
FINANZIELLE RISIKEN
Strengere Vorschriften: Strengere Chemikalienvorschriften können zu höheren Kosten für die Einhaltung der Vorschriften, potenziellen Bußgeldern bei Nichteinhaltung und Begrenzungen des Marktzugangs aufgrund von Beschränkungen für bestimmte Stoffe führen
①⑤❿
□□■
Eigene Geschäftstätigkeit
Die eigenen und von PUMA betriebenen Einheiten umfassen Büros, Geschäfte und Vertriebszentren sowie eine Schuhfabrik in Argentinien. Dort werden keine großen Heizkessel betrieben, wir verbrauchen kein Wasser im industriellen Umfang, verwenden keine erheblichen Mengen an gefährlichen Chemikalien und produzieren keine erheblichen Mengen gefährlicher Abfälle. Die Schuhfabrik in Argentinien verbraucht im Durchschnitt weniger Chemikalien als andere Tier-1-Schuhfabriken in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette. Daher wurden für unsere und die von uns betriebenen Unternehmen keine wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf Umweltverschmutzung ermittelt.
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Prozesse wie Färben, Veredeln und Auftragen von Klebstoffen bei der Schuhherstellung können flüchtige organische Verbindungen (VOC) und andere Schadstoffe freisetzen. Beim Gerben von Leder kommen Chemikalien wie Chrom zum Einsatz, die bei unsachgemäßem Umgang die Arbeitnehmer*innen schädigen können. Dies kann sich auf deren Gesundheit und Sicherheit auswirken, was gemäß S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette als ein wichtiges Thema identifiziert wurde.
Nachgelagerte Wertschöpfungskette
Zu den Aktivitäten, die in PUMAs nachgelagerter Wertschöpfungskette mit wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung stehen, gehört das Waschen von Kleidung, wobei Chemikalien und Mikroplastik in die Gewässer gelangen können. Obwohl PUMA diese Prozesse nicht kontrolliert, stellen sie potenzielle indirekte Umweltauswirkungen dar.
Risikobewertung
PUMA nutzt die EiQ-Plattform, um Umweltrisiken in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu bewerten. Zu den überwachten Risiken zählen Luftverschmutzung, Verstöße im Bereich Abwasser, Abfallmanagement, Umweltmanagement sowie Genehmigungen. Im Jahr 2025 werden China, Vietnam, Kambodscha und Bangladesch als Hochrisikoländer eingestuft; Indien und Indonesien gelten als Länder mit sehr hohem Risiko. In diesen Hochrisikogebieten werden die gleichen Chemikalienstandards angewendet wie in anderen Regionen. Insgesamt wurde für diese Hochrisikogebiete eine Konformitätsrate von 99,4 % bei der ZDHC-Abwasserrichtlinie sowie von 85,8 % mit Blick auf die ZDHC-MRSL ausgewiesen. Auf Basis der Chemikalienrisikobewertung von 2024 wurden im Jahr 2025 die relevanten Fabriken einbezogen. 12 Fabriken haben auf alternative Stoffe umgestellt, zwei Fabriken testen neue Alternativen, und fünf Fabriken befassen sich mit Herausforderungen beim schrittweisen Verzicht auf Dimethylformamid (DMFa). DMFa stellt weiterhin eine branchenweite Herausforderung dar; wir arbeiten mit der ZDHC zusammen, um insbesondere für Hersteller von Polyurethan gemeinsame Lösungsansätze zu erörtern.
Strategie
Die Strategie von PUMA zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung konzentriert sich darauf, gefährliche Chemikalien durch ein striktes Chemikalienmanagement und eine branchenweite Zusammenarbeit aus der Wertschöpfungskette zu entfernen.
Konzepte im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung (E2-1)
Der Vorstand von PUMA ist für die Genehmigung und Umsetzung der wesentlichen schadstoffbezogenen Richtlinien und Handbücher verantwortlich. Verschiedene Abteilungen verantworten die Umsetzung und berichten die Fortschritte an den Vorstand und das Führungsteam.
Die Umweltrichtlinie von PUMA beinhaltet Maßnahmen zum Management der IROs im Zusammenhang mit Wasserverschmutzung in der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Sie beschreibt Maßnahmen zur Abschwächung, Vorbeugung und Bewältigung von Risiken für Mensch und Umwelt, einschließlich Vorfällen. Sie erläutert unsere Überwachungsmaßnahmen, wie z. B. Richtlinien für Produkttests, um die Einhaltung der AFIRM-RSL zu gewährleisten, die Erfassung monatlicher Daten zur Chemikalienkonzentration für die Einhaltung der ZDHC-MRSL und halbjährliche Abwassertests zur Einhaltung der ZDHC-Abwasserrichtlinien. Unsere Umweltrichtlinie enthält derzeit keine eigene Verpflichtung zur Substitution oder zum schrittweisen Ausstieg. Sie beschreibt jedoch eine zielgerichtete Strategie zur Reduzierung von VOCs in Schuhen und verweist auf Bestrebungen zur Substitution oder zum schrittweisen Ausstieg durch die Orientierung an branchenüblichen Standards (ZDHC-MRSL und AFIRM-RSL). Die aktuelle Umweltrichtlinie enthält keine Verfahren für den Umgang mit Verschmutzungsnotfällen; diese sollen bei der geplanten Überarbeitung berücksichtigt werden.
Über gemeinsame Multi-Stakeholder-Initiativen der Branche und einen Stakeholder-Dialog bezieht PUMA die wichtigsten Perspektiven beim Entwicklungsprozess der Richtlinie mit ein. Sie ist auf unserer Website öffentlich zugänglich und kann von allen betroffenen und relevanten Stakeholdern eingesehen werden. Ausführliche Informationen zur Einbeziehung der Stakeholder finden Sie im Abschnitt Allgemeine Informationen (SBM-2).
Maßnahmen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung (E2-2)
Eigene Geschäftstätigkeit
Die eigenen Büros, Geschäfte und Lager von PUMA verwenden kein Wasser und keine besorgniserregenden Stoffe für industrielle Zwecke. Daher wird die Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden als nicht wesentlich für PUMAs eigene Geschäftstätigkeit angesehen. Stattdessen berichten wir über unsere Bemühungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, in der PUMA-Produkte von unabhängigen Partnern hergestellt werden. Unsere Lieferanten sind unabhängige Drittunternehmen ohne Verbindung zur PUMA-Gruppe. Daher hat PUMA keine operative Kontrolle über sie. Weitere Einzelheiten finden Sie im Abschnitt Allgemeine Grundlagen für die Erstellung (BP-1).
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Chemikalien
PUMA wendet die ZDHC-MRSL- und AFIRM-RSL-Standards in seiner gesamten Wertschöpfungskette an. Wir erfassen bis mindestens 2030 monatlich die chemischen Produkte, die in unseren Hauptanlagen in Tier-1 und Tier-2 verwendet werden, und messen die Konformität mit der ZDHC-MRSL über ZDHC Gateway.
Im Jahr 2025 übermittelten 100 % (106) der im Geltungsbereich liegenden wichtigsten Fabriken Daten; die MRSL-Konformitätsrate lag bei 86,6 % (bzw. bei 77,9 % bei Berücksichtigung des DMFa-Einsatzes in Polyurethan-Fabriken). 60 Fabriken erreichten unser Ziel für 2025 von 90 %. Es fand eine Tiefenanalysenicht konformerChemikalienstatt,um die Haupt-Chemikalienlieferanten mitder höchsten Anzahlnicht konformerStoffe und den höchsten Einsatzmengen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu identifizieren. Im Jahr 2026 soll der Austausch mit diesen Lieferanten priorisiert werden, um die Anpassung an die Vorgaben der ZDHC-MRSL zu fördern.
PUMA verlangt von den Fabriken, eine ZDHC-InCheck-Verifizierung als zusätzliche Sicherungsebene durchzuführen. Im Jahr 2025 haben 75 von 90 unserer wichtigsten PUMA-Fabriken mit ZDHC-InCheck-Berichten diesen Verifizierungsschritt abgeschlossen (83,3 %) und mit 100 % bestanden. stichd hat die ZDHC-InCheck-Verifizierung in seiner vorgelagerten Wertschöpfungskette für 2025 nicht umgesetzt, plant dies aber.
Im Jahr 2025 wurde (von Januar bis Oktober2025) eine Konformitätsrate von 98,2 % im Hinblick auf die AFIRM-RSL erreicht.
PUMA beteiligt sich jährlich am Corporate Information Transparency Index, CITI des Institute of Public & Environmental Affairs (IPE) und am Brands to Zero Assessment des ZDHC. Unsere Leistung wird ausgewertet und bewertet, was uns dabei hilft, uns mit anderen Marken zu vergleichen und Verbesserungspotenziale zu ermitteln.
Wasserverschmutzung
PUMA wendet die ZDHC-Abwasserrichtlinie in Fabriken mit Industrieabwasser an. Die Abwassertests werden gemäß der Richtlinie zweimal jährlich durchgeführt und die Ergebnisse auf der Plattform ZDHC Detox.Live veröffentlicht. Fabriken, deren Abwassertests die Vorgaben nicht erreichten, haben wir bei der Ursachenanalyse und Korrekturmaßnahmen unterstützt. Dies geschah über Schulungen durch Drittlabore zur ZDHC-Abwasserrichtlinie und individuell durch unsere regionalen Teams. Weitere Einzelheiten und die Ergebnisse dieser Maßnahme finden Sie im Abschnitt Wasserverschmutzung (E2-4).
Lieferantenschulungen
Wir schulen die Fabriken zum Abwassermanagement und überwachen den Einsatz von Chemikalien. Unser Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht soll die Einhaltung der ZDHC- und AFIRM-Standards mit dem Ziel unterstützen, gefährliche Chemikalien in unserer Wertschöpfungskette zu reduzieren.
PUMA hat sich gemeinsam mit der ZDHC und der GIZ für den Aufbau von Kapazitäten in der Branche eingesetzt. PUMA hat 2025 fünf Chemikalienschulungen in mehreren Sitzungen und Sprachen durchgeführt und damit über 484 Fabriken und 780 Teilnehmer in der gesamten vorgelagerten Wertschöpfungskette erreicht. Ferner haben wir bei Verstößen die Fabriken bei der Ursachenanalyse entsprechend des ZDHC-Rahmenwerks und bei der Umsetzung der erforderlichen Korrekturmaßnahmen unterstützt.
PUMA arbeitet mit der ZDHC und von der ZDHC anerkannten Laboren zusammen, um die Konformitätsrate für ZDHC-MRSL und das Chemikalienmanagement in den Fabriken zu verbessern. Beim Kapazitätsaufbau für ZDHC-MRSL nahmen 454 Personen aus 264 Fabriken an Schulungen teil; zudem schlossen 95 Personen aus 91 Fabriken den Kurs „Resource Efficient Management of Chemicals – Chemical Management Improvement (CMI)“ der GIZ ab. Es gab drei mehrsprachige Schulungen zur aktualisierten ZDHC-Abwasserrichtlinie V2.2 und zum allgemeinen Chemikalienmanagement, an denen 231 Personen aus 129 Fabriken teilnahmen.
Die Fabriken wurden zudem dazu ermutigt, an Kursen der ZDHC Academy zu Chemikalien- und Abwassermanagement teilzunehmen. Neben den Schulungen absolvierten die 76 wichtigsten Fabriken das ZDHC-Programm „Supplier to Zero“, für eine schrittweise Verbesserung, das Fabriken in der Textil- und Schuhindustrie bei der Weiterentwicklung ihres Chemikalienmanagements und ihrer Umweltleistung unterstützt.
PUMA hatte im Berichtsjahr keine größeren Vorfälle oder Verschmutzungen zu verzeichnen. Folglich gab es keine Betriebs- oder Investitionsausgaben im Zusammenhang mit solchen Vorfällen und auch keine Rückstellungen für Umweltschutz- oder Abhilfemaßnahmen. Es gab keine wesentlichen Vorfälle, die sich negativ auf die Umwelt oder die Ertragslage ausgewirkt haben. Außerdem bestanden keine Risiken für verwandte Produkte oder Dienstleistungen, und es waren keine finanziellen Bewertungen oder kritischen Annahmen erforderlich.
Kennzahlen und Ziele (MDR-M, MDR-T, E2-3)
PUMA hat keine kontextbezogenen Ziele festgelegt und verfolgt daher das übergeordnete Ziel, die Abwasserqualität zu verbessern und gefährliche Chemikalien vor- und nachgelagert zu eliminieren. Dies ist Teil von PUMAs breitem Engagement für Nachhaltigkeit und steht im Einklang mit den SDGs. Die Ziele wurden durch eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse und Stakeholder-Konsultationen entwickelt, wie unter Allgemeine Informationen (SBM-2) beschrieben.
Die ZDHC-Abwasserrichtlinie, auf die wir uns bei unserem Ziel beziehen, soll die Freisetzung gefährlicher Stoffe in die Umwelt minimieren. Diese von Branchenexpert*innen entwickelten Richtlinien berücksichtigen nationale Standards für Umweltschutz und Chemikalienmanagement. Das Ziel ist freiwillig und kann über die lokalen Standards hinausgehen.
Wir haben Compliance-Ziele festgelegt, darunter die Erfassung von ZDHC-MRSL-Stoffen im Abwasser sowie die Chemikalienverwendung gemäß ZDHC-MRSL. Die MRSL-Konformität wird als prozentualer Anteil der im Herstellungsprozess eingesetzten Chemikalien (nach Gewicht) gemäß ZDHC-MRSL ausgewiesen. Für unsere Produkte erfassen wir das Vorhandensein dieser Stoffe durch RSL-Tests für alle verwendeten Materialien; die verfügbaren Daten weisen die Konzentration im Endprodukt nach, nicht die Gesamtmenge.
T.3210FOR25-Ziele und -Performance
Zielerreichung ● Erreicht ○ Teilweise erreicht
Position in der Wertschöpfungskette■□□ Vorgelagert□■□ Eigene Geschäftstätigkeit □□■ Nachgelagert
10FOR25-Ziel1
Position2
Geltungs-bereich
Unternehmensspezifisch
Basisjahr 2020
Ergebnis 2025
90 % Einhaltung der ZDHC-Abwasserrichtlinie3
■■□
PUMA, stichd5
□
Ziel für alle Parameter erreicht (90 % Einhaltung der ZDHC-Abwasserrichtlinie auf Parameter-Ebene)
99,2 % Konformitätsrate bei Abwasser6
●
Aufrechterhaltung der RSL-Konformitätsrate von über 90 %
■□□
PUMA, Cobra4, stichd5
□
98,8 %
98,2 % RSL-Konformitätsrate7
●
VOC-Reduzierung auf unter 10 g/Paar
■□□
PUMA
□
VOC-Index 14,7 g/Paar
11,3 g/Paar8
○
Unterstützung von Initiativen und wissenschaftlicher Forschung zu Mikrofasern8
■□□
PUMA
□
Beitritt zum Microfiber Consortium
61 Mikrofaserabriebtests9
●
1Alle Ziele sind absolut und freiwillig. Sie beruhen nicht auf schlüssigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Alle Ziele gelten von Januar 2020 bis Dezember 2025.
2Die Ziele gelten für alle Standorte der im Geltungsbereich aufgeführten Unternehmen.
3Gilt für die vorgelagerte Wertschöpfungskette.
4Cobra-Produkte, die von PUMA Group Sourcing (PGS) bezogen wurden. Ausgenommen sind Teile für Golfschläger, die von Cobra PUMA Golf bezogen wurden.
5Beinhaltet nur PUMA-Produkte, die von stichd bezogen werden. Produkte, die stichd für andere Marken bezieht, sind davon ausgeschlossen, da stichd die spezifischen Qualitätsanforderungen jeder Marke berücksichtigt.
6Die Daten für 2025 stammen aus 153 nassverarbeitenden Tier-1- und Tier-2-Fabriken von PUMA, und wurden durch von ZHDC zugelassenen Labore erhoben, die halbjährliche Tests in den Zeiträumen November–April sowie Mai–Oktober durchführen.
7Für Endprodukte spiegelt die RSL-Konformitätsrate 2025 Daten für den Zeitraum von Januar bis Oktober aus 498 Tier-1- und Tier-2-Fabriken von PUMA, Cobra und stichd wider.
8Die Daten für 2025 stammen von 34 Tier-1-Schuhfabriken von PUMA, die jährlich stichprobenartig durch von PUMA zugelassene Labore überprüft werden.
9Bis 2025 wurden kumulativ Tests zum Mikrofaserabrieb an 100 %igen Polyestergeweben (56 Tests) sowie an Mischgeweben (fünf Tests) mithilfe der TMC-Methode durchgeführt.
Bezogen auf die 10FOR25-Zielsetzung wurden die Ziele in den Bereichen Abwasser, RSL-Konformität und Mikrofaser erreicht. Unterstützt wurde dies durch die branchenweite Zusammenarbeit bei der Umsetzung eines gemeinsamen Standards. Das Ziel zur VOC-Reduzierung in der Schuhproduktion wurde jedoch nicht erreicht, der Wert für 2025 lag bei 11,3 g/Paar. Dieses Ergebnis verdeutlichte Herausforderungen beim schrittweisen Verzicht auf bestimmte Chemikalien, insbesondere aufgrund fehlender branchenweit einheitlicher Standards, wobei unsere Qualitätsstandards für Produkte eingehalten werden sollen. Wir wollen weiterhin die Luftqualität überwachen, um die Gesundheit der Arbeitnehmer*innen zu schützen, und die VOCs in der Schuhproduktion unter Einbindung der Chemikalienlieferanten reduzieren.
T.33Ziele und Bezugswerte der Vision 2030
Position in der Wertschöpfungskette ■□□ Vorgelagert □■□ Eigene Geschäftstätigkeit □□■ Nachgelagert
Ziel der Vision 20301
Position2
Geltungs-bereich
Unternehmens-spezifisch
Basisjahr 2025
MRSL-Konformität von 95 % in unseren wichtigsten Fabriken3
Konformität von 90 % bei Luftemissionen in unseren wichtigsten Fabriken
■□□
PUMA, Cobra4, stichd5
■
56,5 % Konformitätsrate bei Luftemissionen7
1Alle Ziele sind absolut und freiwillig. Sie beruhen nicht auf schlüssigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Alle Ziele gelten von Januar 2026 bis Dezember 2030.
2Die Ziele gelten für alle Standorte der im Geltungsbereich aufgeführten Unternehmen.
3Gilt für wichtigste Fabriken mit der aktuellen Version 3.1 der ZDHC-MRSL, einschließlich der wichtigsten Tier-1- und Tier-2 Fabriken, die Chemikalien in ihren Produktionsprozessen einsetzen.
4Cobra-Produkte, die von PGS bezogen wurden. Ausgenommen sind Teile für Golfschläger, die von Cobra PUMA Golf bezogen wurden.
5stichd wird seine Unternehmensziele für 2030 im Jahr 2026 endgültig festlegen.
6Die Konformitätsrate für 2025 entspricht dem Durchschnitt der Werte im Zeitraum August bis Oktober 2025 aus 106 der wichtigsten Tier-1- und Tier-2-Fabriken von PUMA, Cobra und stichd, von denen drei Tier-2-Lieferanten für Polyurethan (PU) sind.
7Die Konformitätsrate 2025 spiegelt Daten für den Zeitraum von Januar bis Oktober aus 62 der wichtigsten PUMA-Fabriken in Tier 1 und Tier 2 (Textil und Leder) wider.
Die Performance 2025 dient als Bezugswert für alle Ziele der Vision 2030; für 2025 waren keine konkreten Fortschritte geplant. Ob die Fortschritte der geplanten Zielvorgabe entsprechen, wird ab 2026 analysiert.
Wasserverschmutzung (E2-4)
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Im Jahr 2025 führten 153 Lieferanten-Fabriken Abwassertests gemäß der ZDHC-Abwasserrichtlinien durch (Abschlussrate von 99,4 %) undreichten 294 Testberichte ein. Davon wiesen 130 Fabriken eine Konformitätsrate von 100 % auf, alle Fabrikenerreichtenmindestens eine Konformitätsrate von 90 %. Die Gesamt-Konformitätsrate betrug im Jahr 2025 99,2 %, folgendermaßen aufgeteilt nach Kategorien:
Konventionelle Abwasserparameter: 99,4 %
Schwermetalle: 99,4 %
Eingeschränkte Chemikalien (MRSL): 99,0 %
Konventionelle Abwasserparameter sind grundlegende Indikatoren für Wasserqualität, wie pH-Wert, Temperatur und abfiltrierbare Stoffe. Sie gelten ausschließlich für 66 Fabriken, die behandeltes Abwasser direkt in natürliche Gewässer einleiten.
Bei den Abwassertests handelt es sich um eine Momentaufnahme, die das Vorhandensein und die Konzentration von ZDHC-MRSL-Stoffen in der jeweiligen Abwasserprobe nachweist. Daher sind keine aggregierten Daten über das Schadstoffvolumen verfügbar.
Mikroplastik
PUMA befasst sich proaktiv mit dem Thema Mikroplastikverschmutzung durch Mikrofaserabrieb (sowohl kunststoffbasierter als auch anderer Fasern), durch die Beteiligung an Brancheninitiativen sowie durch Beiträge zur Roadmap 2030 des The Microfibre Consortium (TMC). Der Schwerpunkt liegt dabei auf Forschung, Minderungsstrategien und der branchenweiten Zusammenarbeit.
Seit 2021 hat PUMA 61 Tests zum Mikrofaserabrieb an 100%igem Polyestergeweben (56 Tests) sowie an Mischgeweben (fünf Tests) nach der TMC-Methode durchgeführt. Diese Tests flossen in die Weiterentwicklung des standardisierten Abriebbewertungssystems und die Ursachenanalyse 2025 von TMC ein, die als erste große, vertiefende Studie den Einfluss unterschiedlicher Gewebearten auf den Mikrofaserabrieb untersucht. Unsere Testergebnisse haben gezeigt, dass die Textilien von PUMA im Durchschnitt weniger Abrieb aufweisen als der Durchschnitt der TMC-Datenbank. Im Jahr 2025 wurden acht Tests zum Mikrofaserabrieb durchgeführt, die einen durchschnittlichen Mikrofaserverlust von 0,70 g/kg auswiesen (Durchschnittswert der TMC-Datenbank: 0,76 g/kg). Bei zwei Gewebearten wurde allerdings ein höherer durchschnittlicher Mikrofaserabrieb festgestellt als bei den übrigen. In den kommenden Jahren sind weitere Tests mit diesen Gewebearten vorgesehen, um den Zusammenhang zwischen Gewebeart und Mikrofaserabrieb weiter zu untersuchen, fachlich begleitet durch das TMC zur Validierung der Ergebnisse.
Besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe (E2-5, E2-6)
Einige im Herstellungsprozess unserer Produkte eingesetzte Chemikalien können aufgrund ihrer potenziellen schädlichen Auswirkungen auf Menschen, Tiere oder die Umwelt als besorgniserregende oder besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) gelten. In unseren Fabriken ist die Verwendung von Stoffen, die in der ZDHC-MRSL aufgeführt sind, verboten, aber Verunreinigungen und Kontaminationen können dazu führen, dass SVHC im Abwasser oder in Endprodukten nachgewiesen werden. Im Rahmen des Produkt-Compliance-Mechanismus wird überprüft, dass SVHC in Endprodukten innerhalb der geltenden gesetzlichen Grenzwerte liegen.
Derzeit liegen für den Zeitraum von Januar bis September 2025 Daten auf Ebene der chemischen Stoffe für 77,4 % der Produktionsstätten (82 von 106) vor. Die Datenvollständigkeit ist jedoch nicht hinreichend einheitlich, sodass die Möglichkeit einer belastbaren Berichterstattung zu den eingesetzten Mengen besorgniserregender und besonders besorgniserregender Stoffe im Herstellungsprozess derzeit eingeschränkt ist.
Luftverschmutzung wurde für PUMA nicht als wesentliches Thema identifiziert, da sie im Vergleich zur Wasserverschmutzung entlang der Wertschöpfungskette keinen wesentlichen Umwelteinflussdarstellt.Im Einklang mit der Veröffentlichung der Air Emissions Guidelines 2024 der ZDHC wurde diese Richtlinieim Jahr 2025 in 62 Produktionsstätten angewendet. Die aktuellen Richtlinien berechnen das Emissionspotenzial (PTE) von VOC auf Basis der im Herstellungsprozess eingesetzten Chemikalien und stellen damit einen Zusammenhang zur Reduzierung des Einsatzes besorgniserregender und besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) her. Nur35 Fabriken erfüllten die Anforderungen (Erreichen des Foundational Levels oder höher gemäß den ZDHC-Vorgaben), während27 Fabriken, vorwiegend Tier 1--Schuhproduktion und Tier-2-Textilien, als nicht konform eingestuft wurden. Die VOC-Emissionen werden sowohl durch denVOC-Gehalt in der chemischen Zusammensetzungals auch durch den Produktionsumfang bestimmt. Auf der Grundlage dieses Ergebnisses werden wir weiterhin mit der ZDHC zusammenarbeiten, um die Machbarkeit der aktuellen VOC-Grenzwerte für die Massenproduktion von Schuhen undTextilienzu bewerten.
Flüchtige organische Verbindungen (VOCs)
Wirüberwachendie Verwendung von VOCs in unseren Tier-1-Schuhfabriken, um die Verwendung von besorgniserregenden und besonders besorgniserregenden Stoffen im Rahmen unserer 10FOR25-Ziele zu minimieren. Im Jahr 2025 wurde der durchschnittliche VOC-Gehaltin der Schuhherstellung auf 11,3 g/Paar gesenkt (14,7 g/Paar im Basisjahr 2020).
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