E3 Wasser- und Meeres­ressourcen

E3 Wasser- und Meeresressourcen

Management von Auswirkungen, Risiken und Chancen

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Wasser (IRO-1)

Wasser ist eine wichtige Ressource in der vorgelagerten Wertschöpfungskette von PUMA, insbesondere in nassverarbeitenden Fabriken, wo es unter anderem für Wasch-, Färbe-, Druck- und Veredelungsprozesse eingesetzt wird. Meeresressourcen wurden für PUMA nicht als wesentliches Thema identifiziert, da das Kerngeschäft mit Design, Herstellung und Vertrieb von Bekleidung und Schuhen nicht in wesentlichem Umfang auf marine Ökosysteme angewiesen ist und im Vergleich zu Branchen mit direkter Nutzung mariner Ressourcen darauf keinen wesentlichen Einfluss hat.

PUMA folgte bei der Identifizierung und Bewertung unserer wesentlichen Themen im Zusammenhang mit Wasserressourcen dem gleichen Prozess, wie er im Abschnitt Allgemeine Informationen (IRO-1) beschrieben ist. Diese Bewertung umfasste ein Screening der Standorte und geschäftlichen Aktivitäten bezüglich der tatsächlichen und potenziellen auf Wasserressourcen bezogenen IROs. Betroffene Gemeinschaften wurden nicht in den IRO-Bewertungsprozess einbezogen, weitere Angaben zur Einbindung von Stakeholdern finden Sie im Abschnitt Allgemeine Informationen (SBM-2).

T.34 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Wasser (IRO-1, SBM-3)

Position in der Wertschöpfungskette ■□□ Vorgelagert □■□ Eigene Geschäftstätigkeiten □□■ Nachgelagert

Zeithorizont ❶⑤⑩ Kurzfristig ①❺⑩ Mittelfristig ①⑤❿ Langfristig

Der Zeithorizont wird für potenzielle Auswirkungen angegeben. Wenn die Auswirkung tatsächlich eintritt, ist sie mit ● markiert.

Wesentlich-es Thema

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Zeit-horizont

Position

Beispielhafte (Abhilfe-)Maßnahmen

Wasser-verbrauch und -entnahme

NEGATIVE AUSWIRKUNGEN

Wasserknappheit: Der Wasserverbrauch in der vorgelagerten Wertschöpfungskette kann zu regionaler Wasserknappheit beitragen, was zu erhöhten Kosten, eingeschränktem Zugang und begrenzter Verfügbarkeit für die lokalen Gemeinschaften führt. Diese Auswirkungen können durch saisonale Einschränkungen oder staatlich auferlegte Beschränkungen der industriellen und häuslichen Wassernutzung verstärkt werden und in betroffenen Gebieten zu zusätzlichem sozialem Druck führen.

■□□

• Wasserrisikobewertungen: Identifizierung von Hochrisikoregionen mithilfe von Tools wie WWF Water Risk Filter oder WRI Aqueduct

• Einsatz wassereffizienter Technologien: Einführung wasserarmer Färbeverfahren, wasserloser Veredelungsprozesse und geschlossener Kreislaufsysteme in Produktionsstätten sowie Förderung der Regenwassernutzung und der Wiederverwendung von Abwasser

• Datenerhebung und -weitergabe: Erhebung und Weitergabe von Daten zu Wasserrisiken und Wasserfußabdruck, um wirksame Maßnahmen umzusetzen und Interessenvertretung auf (lokaler) Regierungsebene zu unterstützen

FINANZIELLE RISIKEN

Nichteinhaltung regulatorischer Anforderungen: Die Nichteinhaltung lokaler Vorschriften oder die Nichteinholung notwendiger Genehmigungen kann zu Produktionsunterbrechungen oder Fabrikschließungen führen und damit betriebliche, finanzielle sowie Reputationsrisiken bergen.

①⑤❿

■□□

Eigene Geschäftstätigkeit

PUMAs eigene Geschäftstätigkeit beschränkt sich auf Büros, Geschäfte, Vertriebszentren und eine Schuhfabrik in Argentinien. Keiner dieser Standorte nutzt Wasser für industrielle Zwecke. Häusliches Abwasser wird zur weiteren Behandlung in die öffentliche Kanalisation eingeleitet. Keiner der PUMA-eigenen oder von PUMA betriebenen Standorte leitet Wasser direkt in natürliche Gewässer ein.

Daher wurden keine wesentlichen IROs in Bezug auf Wasserressourcen für PUMAs Geschäftstätigkeit identifiziert. Nichtsdestotrotz erfasst und berichtet PUMA Daten zum Wasserverbrauch an allen Standorten und fördert den Einsatz wassersparender Technologien. Im Jahr 2022 identifizierte PUMA mithilfe des WWF-Wasserrisikofilters 187 eigene und betriebene Standorte in wasserarmen Gebieten und machte Empfehlungen zum Wassersparen.

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Die Wasserentnahme und -ableitung ist eine Herausforderung, insbesondere in der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Fabriken in der vorgelagerten Wertschöpfungskette verbrauchen große Mengen an Wasser für häusliche und industrielle Zwecke und leiten anschließend entsprechende Abwassermengen ein, die Prozesschemikalien enthalten. Über die Wasserverschmutzung, die als wesentliches Thema identifiziert wurde, wird im Abschnitt E2 Umweltverschmutzung berichtet. In diesem Abschnitt geht es hauptsächlich um den Wasserverbrauch und die potenziellen Auswirkungen auf die Wasserknappheit, da es sich um wesentliche Themen für die vorgelagerte Wertschöpfungskette handelt.

Risikobewertung

Der Wasserverbrauch stellt einen relevanten Aspekt dar, insbesondere bei der Beschaffung von Baumwolle und Leder, da diese Rohstoffe häufig aus Ländern mit erhöhtem Wasserrisiko wie Indien, Brasilien und den Vereinigte Staaten stammen. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, beziehen wir 78,8 % unserer Rohbaumwolle als Better Cotton von durch die Better Cotton Initiative lizenzierten Farmen. Die Initiative engagiert sich für Wasserschutz und geringeren Pestizideinsatz. Bei der Beschaffung von Leder stammten 99,3 % aus Gerbereien, die von der LWG mit dem Gold-Standard zertifiziert wurden und Wassereffizienzstandards umsetzen.

Im Jahr 2025 nutzte PUMA das Tool WRI Aqueduct, um die Wasserrisiken in der gesamten vorgelagerten Wertschöpfungskette zu bewerten, zu der die wichtigsten Tier-1- und Tier-2-Fabriken (90 von PUMA und 32 von stichd) gehören. Tier-2-Fabriken werden auf Grundlage von Wasserrisiko-Bewertungen für weiterführende spezifische Maßnahmen priorisiert, da sie für Nassverarbeitungsprozesse wie Waschen, Färben, Veredeln und Gerben in hohem Maße auf Wasser angewiesen sind. Tier-1-Fabriken nutzen deutlich geringere Mengen an Brauchwasser, da sich ihre Tätigkeiten überwiegend auf die Montage von Endprodukten beschränken. Unterbrechungen in Tier-2-Fabriken infolge von Wasserknappheit oder regulatorischen Vorgaben zur Wassernutzung können die Materialverarbeitung beeinträchtigen und zu Engpässen auf vorgelagerten Ebenen führen. Somit stellen diese Standorte einen Schwerpunkt für Monitoring- und Minderungsmaßnahmen dar. Die Analyse ergab, dass 10 Tier-2-Fabriken von PUMA in Bangladesch, Kambodscha, China und Vietnam sowie eine Tier-2-Fabrik von stichd in Pakistan einen hohen Grundwasserstress aufweisen. Der Grundwasserstress beschreibt das Verhältnis zwischen der Nachfrage nach Grundwasser und dem verfügbaren Grundwasserangebot und deutet auf einen Wettbewerb um diese Ressource hin.

Nachgelagerte Wertschöpfungskette

Der Wasserverbrauch entsteht in der Nutzungsphase, wenn Bekleidungsprodukte von PUMA gewaschen werden. PUMA hat keinen Einfluss darauf, wie die Verbraucher*innen ihre Kleidungsstücke waschen, sodass es sich um einen indirekten Umwelteffekt handelt, der nicht vom Unternehmen gesteuert wird. Aus diesen Gründen wurden keine wesentlichen Auswirkungen, Risiken oder Chancen im Zusammenhang mit nachgelagerten Prozessen identifiziert.

Strategie

PUMAs Strategie zum Thema Wasser konzentriert sich auf die industrielle Nutzung, insbesondere in nassverarbeitenden Fabriken, wo wasserintensive Prozesse erhebliche Risiken bergen. Wir erheben Daten über den Wasserverbrauch und die Quellen der Wasserentnahme und verwenden Ziele zur Reduzierung des Wasserverbrauchs, die in den Kennzahlen und Zielen (MDR-M, MDR-T, E3-3) beschrieben sind. Das Ergebnis unserer Risikobewertung fließt zudem in die Weiterentwicklung der Strategie zur Umsetzung kontextbezogener Maßnahmen für Hochrisikogebiete ein.

Konzepte im Zusammenhang mit Wasserressourcen (E3-1)

Die Umweltrichtlinie von PUMA zielt darauf ab, alle Anforderungen der relevanten Umweltgesetzgebung zu erfüllen. Das Konzept umfasst Maßnahmen zur Verringerung des industriellen Wasserverbrauchs in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette, wobei der Schwerpunkt auf den relevanten Lieferanten liegt (nassverarbeitende Fabriken in Tier 1 und 2). Der Vorstand ist für die Genehmigung und Umsetzung der wesentlichen Richtlinien und Handbücher in Bezug auf Wasser verantwortlich.

Das Konzept umfasst Maßnahmen zum Sparen, zur Wiederverwendung und zum Recycling von Wasser durch branchenübliche Initiativen und Maßnahmen zur Steigerung der Wassereffizienz, insbesondere beim Färben und Waschen von Textilien sowie bei der Ledergerbung.

PUMA verfolgt und berechnet seine Umweltauswirkungen, indem es Daten erhebt und über die Fortschritte auf dem Weg zum Ziel einer Wasserreduzierung von 15 % pro Paar/Stück bis zum Jahr 2025 (basierend auf dem Bezugswert von 2020) berichtet.

Durch gemeinsame Multi-Stakeholder-Initiativen der Branche und den Dialog mit Stakeholdern bezieht PUMA deren wichtigste Perspektiven in das Wasserkonzept ein. Ausführliche Informationen zur Einbeziehung der Stakeholder finden Sie im Abschnitt Interessen und Standpunkte der Interessenträger (SBM-2). Sie ist auf unserer Website öffentlich zugänglich und kann von allen betroffenen und relevanten Stakeholdern eingesehen werden.

Maßnahmen im Zusammenhang mit Wasserressourcen (E3-2)

Eigene Geschäftstätigkeit

In der PUMA-Zentrale wird Regenwasser gesammelt, um den Süßwasserverbrauch und damit die Kosten zu senken. Die meisten PUMA-Standorte sind gemietet und verfügen über effiziente Küchen- und Sanitäreinrichtungen. Wassersparmaßnahmen an Standorten in wasserarmen Gebieten werden nachverfolgt.

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Zu den wichtigsten Bereichen gehören die Sensibilisierung, das Verständnis der Auswirkungen, interne Maßnahmen und die Zusammenarbeit. PUMA führt gezielte Maßnahmen durch und stellt Ressourcen zur Verfügung, um wasserbezogene Risiken zu vermeiden. Der Schwerpunkt liegt auf Regionen mit hohem Wasserstress, in denen geeignete Programme verfügbar sind. So arbeiten wir zum Beispiel mit Interessenträgern wie dem WWF für ein Water-Stewardship-Projekt in Vietnam sowie der IFC in Bangladesch zusammen, um ein Wassereffizienzprojekt umzusetzen. Unsere Maßnahmen zur Minderung wasserbezogener Risiken sind langfristig angelegt und haben kein konkretes Abschlussdatum, da wasserbezogene Risiken höchstwahrscheinlich auch in Zukunft bestehen werden.

Schulungen und Programme für Lieferanten

Wir unterstützen Lieferanten bei der Verbesserung ihres Wassermanagements durch Schulungen und Programme für eine sauberere Produktion. So nahmen beispielsweise 62 PUMA-Fabriken an einer vom WWF und der GIZ im Rahmen des TFL-Programms (To the Finish Line) organisierten Water-Stewardship-Schulung teil, die praktische Fallstudien zur Wassereffizienz beinhaltete.

Wir haben Fabriken in Programme zur Steigerung der Ressourceneffizienz in wichtigen Beschaffungsländern eingebunden, darunter Clean by Design (CbD) des Aii in Taiwan (Republik China), Vietnam und Pakistan, das Programm für Ressourceneffizienz (REF) in Vietnam sowie das Kambodscha-Dekarbonisierungsprogramm der IFC in Kambodscha. Zwischen 2019 und 2025 führten 46 der wichtigsten Tier-1-Fabriken und 45 der wichtigsten Tier-2-Fabriken Programme mit einer erwarteten Wassereinsparung von 2.689.649,8 m3 pro Jahr durch.

Im Bereich der Wasserbewirtschaftung arbeitet PUMA kontinuierlich mit dem WWF in Vietnam und der Weltbankgruppe in Bangladesch zusammen. Eine Textilfabrik nimmt am Water-Stewardship-Programm des WWF teil, das sich darauf konzentriert, den Wasserstress zu reduzieren, finanzielle Lösungen zu erarbeiten und die Zusammenarbeit zwischen wasserintensiven Industrien im Mekong-Delta zu fördern. In Bangladesch trat PUMA der Bangladesh Alliance for Water Reuse and Recycle (A4R) bei, einer öffentlich-privaten Initiative, die im Mai 2025 gegründet wurde. Die Allianz zielt darauf ab, die Wiederverwendung von Wasser in Bangladesch zu beschleunigen, indem sie die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen, Branchenvertretern, Marken, Technologieanbietern, Investoren und akademischen Einrichtungen fördert. Diese Maßnahmen orientieren sich an der Minderungshierarchie „Vermeiden“, „Reduzieren“ und „Transformieren“. PUMA will bei der Erarbeitung eines Ziels nach dem Science Based Targets Network (SBTN) auch mögliche künftige Maßnahmen im Bereich „Wiederherstellung“ prüfen, wie im Abschnitt E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme dargestellt.

Kennzahlen und Ziele (MDR-M, MDR-T, E3-3)

PUMA hat sich Ziele zur Reduzierung des Wasserverbrauchs und zur Verbesserung der Abwasserqualität in der vorgelagerten Wertschöpfungskette gesetzt, die mit dem Ziel unserer Umweltrichtlinie für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser übereinstimmen. PUMA hat keine kontextbezogenen, standortbezogenen Ziele für Wasser festgelegt. Die Umwelt-KPIs der Lieferanten zeigen den Fortschritt bei der Umsetzung von PUMAs Nachhaltigkeitszielen.

Unsere Wasserziele werden durch unsere Nachhaltigkeitsstrategie und die Ausrichtung an internationalen Standards bestimmt und nicht durch spezifische gesetzliche Anforderungen. Das Ziel für 2025 wurde 2019 nach einer Wesentlichkeitsanalyse und Konsultation der Stakeholder festgelegt. Die Wasserziele für 2030 wurden 2024 nach einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse, nach Konsultationen mit Stakeholdern, einschließlich Lieferanten, und unter Berücksichtigung des aktuellen technologischen Fortschritts festgelegt, wie im Abschnitt Allgemeine Informationen erläutert. Diese Ziele erfüllen PUMAs Verpflichtung zum Schutz und Erhalt unserer Wertschöpfungskette, indem wir alle Anforderungen der relevanten Umweltgesetzgebung erfüllen oder übertreffen und PUMAs Auswirkungen auf das Wasser verfolgen, berechnen und reduzieren.

T.35 10FOR25-Ziele und Performance

Zielerreichung ● Erreicht ○ Teilweise erreicht

Verortung in der Wertschöpfungskette■□□ Vorgelagert□■□ Eigene Geschäftstätigkeit □□■ Nachgelagert

10FOR25-Ziel1

Position

Geltungs-bereich

Unternehmens-spezifisch

Basisjahr 2020

Ergebnis 2025

15 % Wasserein-sparung pro Paar/Stück im Vergleich zum Basisjahr 20202

■□□

PUMA

Schuhe: 0,2 l/Paar

Bekleidung: 0,4 l/Stück

Leder: 65,8 l/m2

Textil: 100,9 m3/t

Schuhe: -58,4 % (0,1 l/Paar)

Kleidung: +220,6 % (1,2 l/Stück)

Leder: +43,5 % (94,4 l/m2)

Textil: -9,4 % (91,4 m3/t)

1 Dieses Ziel beruht nicht auf schlüssigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es ist relativ und freiwillig. Es gilt für den Zeitraum von Januar 2020 bis Dezember 2025.

2 Die Daten für 2025 stammen von 19 der wichtigsten Tier-1-Fabriken für Bekleidung, 18 der wichtigsten Tier-1-Fabriken für Schuhe, 25 der wichtigsten Tier-2-Fabriken für Textilien sowie 4 der wichtigsten Tier-2-Fabriken für Leder. Primärdaten werden von Januar bis September erhoben. Die Daten für den Zeitraum von Oktober bis Dezember werden dann auf Basis der Daten von Januar bis September 2025 unter Anwendung von Fehler-, Trend- und Saisonalitätsanalysen hochgerechnet.

Wir haben das Basisjahr neu berechnet, um das im Jahr 2024 verbrauchte Haushaltswasser auszuschließen. Um die Wirksamkeit unserer Maßnahmen zu messen, verfolgen wir die Fortschritte im Vergleich zu den Zielvorgaben und bewerten die Umsetzung der Richtlinien in Bezug auf Wasser mithilfe von Scorecards für die Umweltleistung der wichtigsten Tier-1- und Tier-2-Fabriken.

Im Jahr 2025 waren die Tier-1-Schuhfabriken die einzige Kategorie, die das Ziel der Wasserreduzierung durch einen Rückgang von 58,4 % erreichte. Die Tier-2-Textilfabriken verbesserten sich um 9,4 % und verfehlten damit das Ziel von 15 %. Das Ergebnis der Tier-2-Textilfabriken ist auf ein geringeres Produktionsvolumen und eine größere Vielfalt an komplexen Produkten zurückzuführen, welche die Verwendung von Frischwasser anstelle von recyceltem Abwasser für den Herstellungsprozess erfordern. Die Tier-1-Fabriken für Bekleidung und die Tier 2-Fabriken für Leder schnitten mit einem Anstieg des Wasserverbrauchs um 220,6 % bzw. 43,5 % deutlich schlechter ab. Bei den Tier-1-Bekleidungsfabriken ist der Anstieg auf eine aktualisierte Berichtspraxis sowie auf die Einbeziehung eines Waschprozesses zurückzuführen, der zuvor nicht erfasst wurde. Bei den Tier-2-Lederfabriken stieg der industrielle Wasserverbrauch pro Quadratmeter Leder aufgrund von Änderungen der Produktstile und Verarbeitungsschritte, die einen höheren Wasserbedarf aufweisen.

T.36 Ziele und Bezugswerte der Vision 2030

Position in der Wertschöpfungskette ■□□ Vorgelagert □■□ Eigene Geschäftstätigkeit □□■ Nachgelagert

Ziel der Vision 20301

Position

Geltungs-bereich

Unternehmens-spezifisch

Basisjahr 2025

50 % recycelte Industrieabwässer in den wichtigsten Tier-2-Fabriken2

■□□

PUMA, stichd3

16,5 %

1 Dieses Ziel beruht nicht auf schlüssigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es ist absolut und freiwillig. Es gilt für den Zeitraum von Januar 2026 bis Dezember 2030.

2 Die Daten werden unter Verwendung von Primärdaten für den Zeitraum von Januar bis September 2025 für 37 der wichtigsten Tier-2-Fabriken von PUMA, Cobra und stichd erhoben. Die Daten für den Zeitraum von Oktober bis Dezember 2025 werden auf Basis der Daten von Januar bis September 2025 unter Anwendung von Fehler-, Trend- und Saisonalitätsanalysen hochgerechnet.

3 stichd wird seine Unternehmensziele für 2030 im Jahr 2026 endgültig festlegen.

Die Leistung des Jahres 2025 dient als Bezugswert für alle Ziele der Vision 2030; für 2025 waren keine konkreten Fortschritte geplant. Ob die Fortschritte der geplanten Zielvorgabe entsprechen, wird ab 2026 analysiert.

Wasserverbrauch (E3-4)

Eigene Geschäftstätigkeit (»)

T.37 Wasserentnahmen in der eigenen Geschäftstätigkeit (in m3) (E3-4)1

2025

2024

Wasserentnahmen aus dem öffentlichen Versorgungsnetz in Gebieten mit Wasserrisiko2

30.529

18.127

Wasserentnahmen aus dem öffentlichen Netz in Gebieten ohne Wasserrisiko

120.141

100.673

Wasserentnahmen gesamt

150.670

118.800

Aus Regenwasser aufbereitetes und wiederverwendetes Wasser3

4.485

4.723

Wasserverbrauch gesamt4

155.155

123.523

Abwassereinleitungen gesamt5

155.155

123.523

1 Die Daten zu Wasserentnahmen werden anhand von Primärdaten (ca. 50 %) und Schätzungen (ca. 50 %) erhoben. Wenn Primärdaten verfügbar sind, die nicht das gesamte Berichtsjahr abdecken, werden die Daten auf zwölf Monate hochgerechnet. Sind keine Primärdaten verfügbar, werden die Daten entweder auf der Grundlage von Standorten mit ähnlichen Eigenschaften oder anhand von Durchschnittsdaten geschätzt, die nach der Anzahl der Arbeitnehmer*innen am Standort berechnet werden.

2 Eigene und von PUMA betriebene Standorte in wassergefährdeten Gebieten wurden mit dem WWF-Wasserrisikofilter-Tool ermittelt. Ein Gebiet gilt als wassergefährdet, wenn in der Kategorie für die Wasserverfügbarkeit ein sehr hohes Risiko besteht (zwischen 4,2 und 5). 182 unserer eigenen und betriebenen Standorte wurden ausgewählt.

3 Die aus Regenwasser aufbereitete und wiederverwendete Wassermenge ist definiert als die Gesamtmenge an Wasser, die im Berichtsjahr aus Regenwasserspeichern entnommen wurde. Wir erfassen nicht die exakte Menge des gespeicherten Wassers.

4 Der Gesamtwasserverbrauch ist definiert als die Summe der Wasserentnahmen aus öffentlichen Netzen und dem aus Regenwasser wiedergewonnenen Wasser. Obwohl es „Verbrauch“ heißt, wird das Wasser nicht endgültig verbraucht, sondern nach der Nutzung in das öffentliche Abwassernetz eingeleitet. Dies unterscheidet sich von der Definition des „Wasserverbrauchs“ des CDP, wonach der Wasserverbrauch als Wasser definiert wird, das verdunstet oder verschüttet wird und somit nicht in das öffentliche Abwassernetz zurückgeleitet wird.

5 Da unser gesamtes Wasser in das öffentliche Abwassernetz eingeleitet und von öffentlichen Kläranlagen behandelt wird, gehen wir davon aus, dass unsere Wasserableitungen unserem Wasserverbrauch entsprechen.

T.38 Wasserintensität pro Nettoumsatzerlös1 für die eigene Geschäftstätigkeit (E1-5) (in m3/MIO. €) (E3-4)

2025

2024

% 2025/24

Gesamtwasserverbrauch pro Nettoumsatzerlös

21,3

14,0

45 %

1 Der Nettoerlös bezieht sich auf den gesamten Nettoumsatzerlös, wie er im Kapitel „Umsatzerlöse“ im Konzernabschluss von PUMA ausgewiesen ist. Für die Wasserintensitätskennzahlen des Jahres 2024 wurden die Umsatzzahlen von PUMA United einbezogen, da aus operativer Sicht der Zähler des Wasserverbrauchs auch die Wasserverbrauchsdaten von PUMA United umfasst.

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

PUMA hat zwar kein absolutes Wassereinsparungsziel, aber wir erfassen den Wasserverbrauch in den wichtigsten Fabriken. Im Jahr 2024 haben wir begonnen, Daten zu Industrie- und Haushaltswasser getrennt zu erfassen. Tier-1-Fabriken verbrauchen insgesamt nur wenig Industriewasser, hauptsächlich für begrenzte Aufgaben wie Bügeln, Waschen von Drucksieben und gelegentliches Reinigen oder Veredeln der Endprodukte. Da dies keine laufenden Nassprozesse sind, ist der Wasserverbrauch an den Tier-1-Standorten geringer und es gibt weniger Möglichkeiten zum Wasserrecycling als bei den Tier-2-Fabriken, die wasserintensive Färbe-, Wasch- und Veredelungsprozesse haben.

Im Jahr 2025 beliefen sich die gesamten Wasserentnahmen von PUMA in der vorgelagerten Wertschöpfungskette auf 6,4 Mio. m³, wobei 57,9 % aus Gebieten in insgesamt acht Ländern stammten, die von WRI Aqueduct als Regionen mit hohem oder extrem hohem Wasserstress eingestuft werden.

Die Tier-1-Fabriken für Schuhe (14,6 %), die Tier-1-Fabriken für Bekleidung (14,3 %) und die Tier-1-Fabriken für Accessoires (2,3 %) verwenden vor allem Haushaltswasser. Der größte Anteil der Wasserentnahmen entfällt mit 65,1 % auf Tier-2-Textilfabriken, da hier wasserintensive Prozesse wie Waschen, Färben, Drucken und Veredeln stattfinden. Tier-2-Lederfabriken sind trotz der wasserintensiven Gerbprozesse für einen Anteil von 2,9 % verantwortlich, was der begrenzten Anzahl der wichtigsten Fabriken geschuldet ist. Tier-2-Polyurethan trägt 0,8 % bei, dank der Praxis, Prozesswasser vor der Behandlung wiederzuverwenden, unter anderem zur Rückgewinnung von DMFa. Weitere Informationen zu DMFa in der PU-Produktion befinden sich in E2 Umweltverschmutzung.

Vom gesamten Wasserverbrauch wurden 11,6 % durch recyceltes und wiederverwendetes Wasser (831.128,8 m³) ausgeglichen, davon 0,8 % durch Regenwasser und 10,8 % durch aufbereitetes Industrieabwasser. Eine Ausweitung der Regenwassernutzung und der Aufbereitung von Industrieabwässern kann dazu beitragen, weniger abhängig von Gebieten mit hohem Wasserstress zu werden. Dies stärkt die Resilienz der vorgelagerten Wertschöpfungskette, auch in Zeiten von Dürreperioden. Da 77 % der Wasserentnahmen in Wasserrisikogebieten auf Tier-2-Fabriken entfallen, wird PUMA die Einführung von Abwasserrecyclingsystemen in diesen Fabriken in China, Vietnam und Bangladesch priorisieren.

T.39 Wasserentnahmen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (in m3) (E3-4)1

2025

Wasserentnahmen in Gebieten mit Wasserrisiko2

3.684.602,7

Wasserentnahmen in Gebieten ohne Wasserrisiko

2.678.513,7

Wasserentnahmen gesamt

6.363.116,4

Aus Regenwasser aufbereitetes und wiederverwendetes Wasser3

54.348,7

Aufbereitetes Industrieabwasser4

776.780,2

Wasserverbrauch gesamt5

7.194.245,3

Abwassereinleitungen gesamt

5.212.183,7

1 Die Daten zu Wasserentnahmen werden unter Verwendung von Primärdaten für den Zeitraum von Januar bis September 2025 von 79 der wichtigsten Tier-1- und 43 der wichtigsten Tier-2-Fabriken von PUMA, Cobra und stichd erhoben. Die Daten für den Zeitraum von Oktober bis Dezember 2025 werden auf Basis der Daten von Januar bis September 2025 unter Anwendung von Fehler-, Trend- und Saisonalitätsanalysen hochgerechnet.

2 Die Standorte der wichtigsten Fabriken unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette wurden mit dem WRI Aqueduct Tool als Gebiete mit Wasserrisiko ermittelt. Ein Gebiet gilt als Gebiet mit Wasserrisiko, wenn in der Kategorie für den Grundwasserstress ein hohes oder sehr hohes Risiko besteht (>40 %). 47 der wichtigsten Fabriken von PUMA und stichd befinden sich in Gebieten mit Wasserrisiko.

3 Die aus Regenwasser aufbereitete und wiederverwendete Wassermenge ist definiert als die Gesamtmenge an Wasser, die im Berichtsjahr aus Regenwasserspeichern entnommen wurde. Wir erfassen nicht die exakte Menge des gespeicherten Wassers.

4 Das aufbereitete Industrieabwasser wird als Verhältnis zwischen dem Volumen des aufbereitete Industrieabwassers und dem Gesamtvolumen des eingeleiteten behandelten Industrieabwassers in Kombination mit dem aufbereiteten Industrieabwasser berechnet. Unterscheidet eine Fabrik nicht zwischen Industrie- und Haushaltsabwasser, so wird anstelle des Volumens des behandelten Industrieabwassers das gesamte eingeleitete Abwasservolumen berücksichtigt.

5 Der Gesamtwasserverbrauch ist definiert als die Summe der Wasserentnahmen aus öffentlichen Netzen, des von externen Quellen bezogenen Wassers, von Grundwasser, Oberflächenwasser sowie des aus Regenwasser aufbereiteten und wiederverwendeten Wassers. Obwohl es „Verbrauch“ heißt, wird das Wasser nicht endgültig verbraucht, sondern nach der Nutzung behandelt und anschließend in Gewässer oder in das öffentliche Abwassernetz eingeleitet. Dies unterscheidet sich von der Definition des „Wasserverbrauchs“ des CDP, wonach der Wasserverbrauch als Wasser definiert wird, das verdunstet oder verschüttet wird und nicht in das öffentliche Abwassernetz zurückgeleitet wird.

Die Menge des eingeleiteten Wassers liegt um 18,8 % unter dem entnommenen Wasservolumen; was mit der Art der Nassverarbeitungsprozesse in Tier 2, wie Färben und Veredeln, zusammenhängt. Diese Faktoren stehen im Einklang mit Leitlinien aus Vietnam und China, nach denen bei industriellen Prozessen Wasserverluste im Bereich von 10-30 % erwartet werden.

G.24 Wasserentnahme nach Quellen in Gebieten mit Wasserstress

Grafik 4

Die Wasserentnahme in den PUMA wichtigsten Fabriken in Gebieten mit Wasserrisiko erfolgte aus öffentlichen Netzen (59,6 %) und aus dem Grundwasser (40,3 %). Wasser aus öffentlichen Netzen wird aufgrund seiner Zuverlässigkeit und Aufbereitungsstandards bevorzugt. Die Grundwassernutzung, vor allem in Bangladesch, Taiwan (Republik China) und Pakistan, wo der Zugang der Kommunen begrenzt ist, birgt Risiken wie Übernutzung, Bodenabsenkungen und eine sinkende Wasserqualität. Die Diversifizierung von Wasserquellen trägt dazu bei, die Risiken der Wasserknappheit zu verringern.

Wasserfußabdruck nach Rohstoffen

Wir haben auf der Grundlage des Verbrauchs von 2025 den Wasserverbrauch für jeden Rohstoff analysiert. Die Ergebnisse zeigten, dass Baumwolle den höchsten Anteil (77,6 %) am Wasserverbrauch hat, gefolgt von Leder (14,3 %) und Polyester (3,6 %). Der gewichtete Durchschnitt der Wasserintensität der Rohstoffe ist bei natürlichen Materialien höher, insbesondere bei Baumwolle (0,8 m³/kg) und Leder (0,7 m³/kg). Synthetische Materialien weisen hingegen geringere Wasserintensitäten auf, etwa Polyurethan (0,03 m³/kg), Polyester (0,02 m³/kg) und EVA (0,02 m³/kg). Mit der weiteren Aufschlüsselung der Analyse nach Produktbereichen soll diese Analyse zur Orientierung für die Materialauswahl mit geringerem Wasserfußabdruck für unsere Produkte dienen.

G.25 WASSERVERBRAUCH NACH ROHSTOFFEN (IN KM3)

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