E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme

E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme

Management von Auswirkungen, Risiken und Chancen

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt (IRO-1, SBM-3)

Biologische Vielfalt und Ökosysteme sind eng mit anderen Umweltthemen verbunden. Die wichtigsten direkten Triebkräfte für die Veränderung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme sind der Klimawandel, die Umweltverschmutzung, Landnutzungsänderungen, die veränderte Süßwassernutzung, Meeresnutzungsänderungen, die direkte Ausbeutung von Organismen und invasive gebietsfremde Arten.

Diese Faktoren werden in diesem Abschnitt behandelt, mit Ausnahme des Klimawandels, der im AbschnittE1 Klimawandel, der Umweltverschmutzung, die im AbschnittE2 Umweltverschmutzung, und des Wassers, das im Abschnitt E3 Wasser- und Meeresressourcen behandelt wird.

Wir geben nicht an, ob ein Risiko im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt oder Ökosystemen ein physisches oder ein Übergangsrisiko ist. Systemische Risiken im Zusammenhang mit natürlichen Kipppunkten, wie der umfassende Zusammenbruch von Ökosystemen oder unumkehrbare Klimaveränderungen, wurden bisher nicht im Detail bewertet.

T.40 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt (IRO-1, SBM-3)

Position in der Wertschöpfungskette ■□□ Vorgelagert □■□ Eigene Geschäftstätigkeiten □□■ Nachgelagert

Zeithorizont ❶⑤⑩ Kurzfristig ①❺⑩ Mittelfristig ①⑤❿ Langfristig

Der Zeithorizont wird für potenzielle Auswirkungen angegeben. Wenn die Auswirkung tatsächlich eintritt, ist sie mit ● markiert.

Wesent-liches Thema

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Zeit-horizont

Position

Beispielhafte (Abhilfe-) Maßnahmen

Direkte Ursachen des Biodiversi-tätsverlusts

NEGATIVE AUSWIRKUNGEN

 

 

 

Entwaldung: Der Anbau natürlicher Fasern wie Baumwolle kann mit Veränderungen der Land- und Süßwassernutzung einhergehen und zur Entwaldung sowie zur Umwandlung natürlicher Lebensräume in landwirtschaftliche Flächen beitragen. Dieser Prozess kann Ökosysteme beeinträchtigen und die biologische Vielfalt verringern und stellt damit einen Zusammenhang zwischen Ressourcennutzung und Umweltzerstörung her

■□□

• Risikobewertung der biologischen Vielfalt: Durchführung von Bewertungen der Risiken für die biologische Vielfalt

• Studien zur Materialherkunft: Durchführung von Untersuchungen, um das Herkunftsland von Materialien zu bestimmen

• Projekte zum Schutz der Biodiversität und zur Wiederherstellung von Ökosystemen: Prüfung und Umsetzung von Projekten

• Normen zur Entwaldung: Festlegung von Standards für landwirtschaftliche Praktiken durch ein Anti-Entwaldungs-Konzept

FINANZIELLE RISIKEN

 

 

Regulatorische und finanzielle Risiken: Künftige regulatorische Anforderungen im Bereich biologische Vielfalt und Ökosysteme können zusätzliche Gebühren nach sich ziehen, welche die direkten Kosten erhöhen und die Margen beeinflussen. Beispielsweise könnten unsere Produkte und die Branche bei den Auswirkungen von Entwaldung reguliert werden, falls der Anwendungsbereich der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) ausgeweitet wird

①❺❿

■□□

Auswir-kungen auf den Umfang und den Zustand von Ökosystemen

POSITIVE AUSWIRKUNGEN

 

 

 

Resilienz der Ökosysteme: Regenerative landwirtschaftliche Praktiken können sich positiv auf die biologische Vielfalt auswirken, da sie zur CO2-Speicherung im Boden beitragen, die Bodenstruktur verbessern und die Resilienz von Ökosystemen stärken. Diese Ergebnisse tragen zu gesünderen Landschaften und stabileren Umweltbedingungen bei

①❺❿

■□□

• Rückverfolgbarkeit von Lieferanten und Risikobewertung: Ausweitung der Rückverfolgbarkeitspraxis auf alle Tiers

• Mehr Engagement in der regenerativen Landwirtschaft für landwirtschaftlich erzeugte Fasern

NEGATIVE AUSWIRKUNGEN

 

 

Störung der Ökosysteme: Die Herstellung natürlicher Fasern wie Baumwolle und Leder erfordert große Flächen und kann potenziell zu Störungen von Ökosystemen führen

①❺❿

■□□

Auswir-kungen/Ab-hängigkei-ten von Ökosystem-dienst-leistungen

FINANZIELLE RISIKEN

 

 

Materialmangel: Die begrenzte Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen, insbesondere von Wasser, stellt ein finanzielles Risiko dar, da es zu Materialengpässen und Produktionsverzögerungen kommen kann. Angesichts der hohen Abhängigkeit der Faserproduktion vom Reichtum und Gleichgewicht der lokalen Ökosysteme könnte der Verlust der biologischen Vielfalt zu Lieferengpässen, erhöhten Betriebskosten und Störungen der Produktverfügbarkeit führen

①⑤❿

■□□

Eigene Geschäftstätigkeit

Das Geschäftsmodell und die Tätigkeiten von PUMA sind im Zusammenhang mit den eigenen Einrichtungen, wie dem Einzelhandel oder der Logistik, nicht direkt von der biologischen Vielfalt abhängig. Diese Einrichtungen befinden sich in städtischen oder industriellen Umgebungen und sind nicht mit Landnutzungsänderungen, Ressourcengewinnung oder einer direkten Interaktion mit natürlichen Ökosystemen verbunden. Daher sind die Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt in diesen Teilen der Wertschöpfungskette minimal, und die biologische Vielfalt wurde nicht als wesentliches Thema für die eigene Geschäftstätigkeit von PUMA identifiziert.

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

PUMA ist sich bewusst, dass Risiken und Abhängigkeiten in Bezug auf die biologische Vielfalt im vorgelagerten Bereich entstehen können, insbesondere bei der Beschaffung von Rohstoffen und bei den Herstellungsprozessen.

Es gab keine Konsultationen mit den betroffenen Gemeinschaften bei Nachhaltigkeitsprüfungen von gemeinsam genutzten biologischen Ressourcen und Ökosystemen, auch nicht bei der Wesentlichkeitsanalyse. Wir müssen die Auswirkungen bestimmter Standorte oder Waren auf diese Gemeinschaften noch bewerten und herausfinden, wie negative Auswirkungen auf vorrangige Ökosystemdienstleistungen vermieden werden können. Dies wird Teil unserer Zielentwicklung gemäß der Initiative „Science-Based Targets Initiative for Nature“ (SBTN) ab 2026 sein.

Nachgelagerte Wertschöpfungskette

Textilabfälle können für die Ökosysteme schädlich sein, wenn sie nicht richtig entsorgt werden. Regulatorische und finanzielle Risiken im Zusammenhang mit der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR), wie z. B. potenzielle Gebühren pro verkauftem Produkt und höhere Kosten für die Entsorgung von Textilabfällen, werden im Abschnitt E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft behandelt, da sie einen engeren Bezug zur Abfallregulierung und den wirtschaftlichen Auswirkungen haben.

Risikobewertung
Eigene Geschäftstätigkeit

PUMA hat eine standortspezifische Risikobewertung für seine eigene Geschäftstätigkeit durchgeführt. Wir haben ein Online-Tool des Integrated Biodiversity Assessment Tool verwendet, um unsere Büros, Lager und einen Industriestandort mit Natura 2000-Gebieten, UNESCO-Welterbe und Biodiversitäts-Schlüsselgebieten (KBAs) zu kartieren. Geschäfte wurden von dieser Bewertung ausgeschlossen, da sie sich in städtischen Gebieten befinden und keine Auswirkungen auf die biologische Vielfalt in ihrer Umgebung haben. Wir haben festgestellt, dass neun unserer Standorte weniger als einen Kilometer von einem Natura 2000-Gebiet oder KBA entfernt liegen. Bislang wurden in diesen Gebieten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Biodiversität festgestellt, da sich die Auswirkungen der Standorte auf deren jeweilige räumliche Abgrenzung beschränken.

Zudem haben wir das WWF-Tool Biodiversity Risk Filter (BRF) verwendet, um Biodiversitätsrisiken an unseren Standorten zu bewerten. Die Bewertungen für Schutzgebiete/geschützte Gebiete lagen zwischen 2,5 und 4,0; kein Standort wurde als sehr hohes Risiko (≥ 4,2 auf einer Skala von 1 bis 5) eingestuft – weder für Schutzgebiete/geschützte Gebiete noch für Key Biodiversity Areas (KBAs). Dies bestätigt unsere eigene Einschätzung, bei der wir im Rahmen unserer Umweltberichterstattungskampagne untersucht haben, ob sich Standorte in Schutzgebieten befinden, und keine solchen Standorte identifiziert wurden. In Südafrika gibt es einen Standort in der Nähe eines Schutzgebiets mit der seltenen Pflanzenart Renosterveld fynbos. Dieser Bürostandort ist von dem Schutzgebiet abgegrenzt, so dass Auswirkungen auf diese Pflanzen ausgeschlossen sind.

Die eigene Geschäftstätigkeit von PUMA in oder in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität beschränkt sich auf Büros, Geschäfte oder Lager mit minimalen Auswirkungen auf die Natur. Daher wurden keine Aktivitäten ermittelt, die sich negativ auf Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität oder bedrohte Arten auswirken. Auch in Bezug auf Landdegradation, Wüstenbildung oder Bodenversiegelung konnten wir keine wesentlichen negativen Auswirkungen feststellen.

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Risikobewertung in Bezug auf Fabriken der Lieferanten

PUMA hat im Jahr 2025 mit einer externen Beratungsgesellschaft eine Risikobewertung der biologischen Vielfalt in seiner vorgelagerten Wertschöpfungskette durchgeführt. Dabei wurden 473 PUMA- und 85 stichd-Fabriken (Tier 1 und 2) in 35 Ländern untersucht. Die Bewertung wurde mit einer zweistufigen Methodik durchgeführt: Zunächst wurde im Rahmen einer Standort-Sensitivitätsanalyse die Nähe jeder Fabrik zu Schutzgebieten, KBAs sowie zu Arten der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) ermittelt. Auf dieser Grundlage wurden die Standorte nach ihrer Sensitivität kategorisiert: hoch (innerhalb von fünf Kilometern zu einem sensiblen Gebiet), mittel (zwischen fünf und zehn Kilometern) oder niedrig (über zehn Kilometer). Im zweiten Schritt wurde der WWF-BRF verwendet, um die physischen Risiken und die Reputationsrisiken für jeden Fabrikstandort zu bewerten.

62 PUMA-Fabriken und 18 stichd-Fabriken wurden aufgrund ihrer Nähe als hoch sensibel eingestuft. Nach Anwendung des RF-Tools des WWF wurden 27 PUMA-Fabriken und 11 stichd-Fabriken mit Blick auf weitere Maßnahmen priorisiert.

Diese Standorte verbindet eine hohe ökologische Sensitivität mit erhöhten physischen oder Reputationsrisiken, was eine gezielte Risikominderung und Engagement erfordert. PUMA wird vorrangig mit den wichtigsten Fabriken zusammenarbeiten, um ihre eigenen Aktionspläne zu entwickeln, welche die Grundlage für unseren anstehenden Übergangsplan für die biologische Vielfalt bilden.

Materialrisikobewertung

Wir haben mit dem WWF-BRF eine Materialrisikobewertung durchgeführt, bei der die Beschaffungsrisiken für natürliche Rohstoffe bewertet wurden.

  • Baumwolle: Die USA, Australien und Burkina Faso weisen ein mittleres Risiko auf, während Brasilien, Vietnam, Indien, Griechenland, Bangladesch, die Türkei, Indonesien, Pakistan, Kamerun und Malaysia mit einem hohen Risiko behaftet sind.
  • Leder: Die USA, Argentinien und China haben ein mittleres Risiko, Brasilien, Paraguay und Vietnam hingegen ein hohes Risiko.
  • Naturkautschuk: China, Argentinien und Korea verzeichnen ein mittleres Risiko, während für Pakistan, Vietnam, Brasilien, Thailand und Indien ein hohes Risiko vorliegt.
  • Papier und Pappe: China hat ein mittleres Risiko.
  • Chemische Cellulosefaser (MMFC): China, Österreich und Australien haben ein mittleres Risiko, während für Thailand, Vietnam, Kambodscha und Pakistan ein hohes Risiko vorliegt.

Diese Bewertung unterstreicht die Notwendigkeit einer allgemeinen Risikominderung bei der Materialbeschaffung, da in den wesentlichen Herkunftsländern der PUMA-Materialien mittlere bis hohe Biodiversitätsrisiken vorliegen.

Strategie

PUMA ist bewusst, dass seine Wertschöpfungskette für den Bezug von Rohstoffen, Wasserverfügbarkeit und Klimastabilität auf gesunde Ökosysteme angewiesen ist. Die Schädigung dieser Systeme durch Abholzung, Verschmutzung oder Landnutzungsänderungen kann die Ressourcenströme unterbrechen und die regulatorischen und finanziellen Risiken erhöhen. In der Vorbereitung der Festlegung eines Ziels nach dem SBTN sollen weitere Ziele und Zielsetzungen konkretisiert sowie Strategien zu deren Erreichung identifiziert werden.

Übergangsplan und Berücksichtigung der biologischen Vielfalt in der Strategie (E4-1)

Das Geschäftsmodell von PUMA basiert auf einer Wertschöpfungskette für die Beschaffung von wichtigen Rohstoffen wie Baumwolle und Leder, die von gesunden Ökosystemen und der biologischen Vielfalt abhängen. Die Strategie des Unternehmens berücksichtigt Aspekte der biologischen Vielfalt, indem sie die Beschaffung von zertifizierten und recycelten Materialien priorisiert, eine regenerative Landwirtschaft unterstützt und die Lieferanten zu saubereren Produktionsverfahren anregt, um Landnutzungsänderungen, Wasserverbrauch und Umweltverschmutzung zu minimieren. Diese Abhängigkeiten und Auswirkungen stehen in direktem Zusammenhang mit der Fähigkeit von PUMA, die langfristige Verfügbarkeit von Ressourcen zu gewährleisten, regulatorische Risiken zu managen und die sich verändernden Erwartungen der Stakeholder zu erfüllen. Indem PUMA Risikobewertungen der biologischen Vielfalt und Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit in die Beschaffung einbezieht, stärkt das Unternehmen die Resilienz seiner vorgelagerten Wertschöpfungskette und stimmt seine Wachstumsziele auf den Erhalt von Ökosystemleistungen ab. Der Zusammenhang zwischen unseren Auswirkungen, Abhängigkeiten, Risiken und Chancen und unserer Strategie und unserem Geschäftsmodell wird im Abschnitt Allgemeine Informationen (IRO-1) dargelegt.

Wir haben einen detaillierten Klimaübergangsplan, der im Abschnitt E1 Klimawandel erläutert wird. Wir glauben, dass der Übergang zu erneuerbaren Energien und einem emissionsarmen Wachstumspfad dazu beitragen kann, die Krise der biologischen Vielfalt zu bewältigen, da der Verlust der biologischen Vielfalt und der Klimawandel voneinander abhängig sind und sich gegenseitig verstärken.

PUMAs Geschäftstätigkeit hängt von einem komplexen Netzwerk von Lieferanten, Herstellern und Händlern ab. Unsere Lieferanten sind unabhängige Drittunternehmen ohne Verbindung zu PUMA. Daher hat PUMA keine operative Kontrolle über sie. Weitere Einzelheiten können im Abschnitt Allgemeine Grundlagen für die Erstellung (BP-1) nachgelesen werden.

PUMAs große Abhängigkeit von der biologischen Vielfalt hängt in erster Linie mit seiner vorgelagerten Wertschöpfungskette und der Verwendung von landwirtschaftlichen Rohstoffen zusammen. Wir erkennen an, dass die Landwirtschaft die biologische Vielfalt durch Bodendegradation, Wasserverschmutzung und die Umwandlung von Lebensräumen beeinträchtigen kann. PUMA will zertifizierte und recycelte Materialien beziehen und so zum Schutz der biologischen Vielfalt beitragen, unterstützt Waldschutzinitiativen wie CanopyStyle und verlangt von den Lieferanten tierischer Produkte die Einhaltung bestehender Zertifizierungsstandards zum Tierschutz, wie etwa die Responsible Down Standards (RDS) und die Responsible Wool Standards (RWS).

Neben der Rohstoffproduktion können sich Herstellungsprozesse aufgrund der Umweltverschmutzung beim Färben von Textilien und Gerben von Leder auf die biologische Vielfalt auswirken. Diese sind im Abschnitt E2 Umweltverschmutzung aufgeführt.

PUMA ist bestrebt, die Resilienz der Ökosysteme über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu schützen und zu verbessern, indem das Unternehmen einen Übergangsplan für die biologische Vielfalt entwickelt. Dieser Plan orientiert sich am Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework und den SDGs 14 und 15. Der Ansatz konzentriert sich auf die Vermeidung und Verringerung negativer Auswirkungen, das Management wichtiger Abhängigkeiten und Risiken und die Wiederherstellung prioritärer Lebensräume.

Im Rahmen der Biodiversitätsrisikobewertung 2025 wurden 80 Produktionsstätten von Lieferanten anhand von 20 physischen Risikoindikatoren nach den Leitlinien des Biodiversity Risk Filter (BRF) des WWF bewertet. Übergangs- und systemische Risiken wurden in dieser Bewertung nicht berücksichtigt. Bei der Risikopriorisierung wurden die wichtigsten geschäftsrelevanten Annahmen zugrunde gelegt, während als Zeithorizont das aktuelle Berichtsjahr verwendet wurde. Die Bewertung ergab, dass viele dieser Standorte erheblichen Risiken ausgesetzt sind, wobei die meisten hohe oder sehr hohe Werte in mehreren Bereichen aufweisen. Die größten Risiken sind Wasserverfügbarkeit, Wald, Produktivität, Erdrutsche, begrenzte Verfügbarkeit von Wildpflanzen und -tieren und Waldbrandgefahr. Bei dieser Bewertung wurden keine Stakeholder wie z. B. Personen mit indigenem und lokalem Wissen einbezogen.

Bei der Materialbeschaffung soll der Fokus auf prioritären Risiken liegen, die Rückverfolgbarkeit weiter verbessert und die fortlaufende Ausrichtung an Branchenprogrammen sichergestellt werden. PUMA ist bestrebt, die Partnerschaften mit seinen Lieferanten zu stärken und Zertifizierungsstandards wie die des Forest Stewardship Council und der Better Cotton Initiative einzuhalten.

Konzepte im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen (E4-2)

Der Vorstand von PUMA ist für die Genehmigung und Umsetzung der Richtlinie zum Schutz der Biodiversität und der Wälder, der Umweltrichtlinie und des Tierschutzkonzepts von PUMA verantwortlich. Diese beziehen sich vorrangig auf unsere vorgelagerte Wertschöpfungskette. Die Richtlinien von PUMA sind für potenziell betroffene Stakeholder öffentlich zugänglich, ermöglichen Feedback und werden unter Berücksichtigung von Input der Stakeholder sowie aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse fortlaufend überprüft und weiterentwickelt. Unsere Richtlinien sind in die gesamte Nachhaltigkeitsstrategie und das Geschäftsmodell von PUMA integriert. Unser Ansatz ist in unserem Verhaltenskodex und unseren Handbüchern zur Nachhaltigkeit verankert, die für alle Lieferanten vertraglich bindend sind. Sie werden bei Bedarf aktualisiert, um den sich ändernden gesetzlichen Anforderungen Rechnung zu tragen. Die Einhaltung der Richtlinien wird durch eine jährliche Datenerhebung überwacht. Die Wirksamkeit unserer Maßnahmen wird durch die Berichterstattung über die Fortschritte bei der Zielerreichung überprüft.

Diese Richtlinien wurden erstellt, um unsere wesentlichen Auswirkungen und Abhängigkeiten sowie die physischen Risiken und Übergangsrisiken im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt und den Ökosystemen, die im Rahmen unserer IRO-Bewertung ermittelt wurden, zu mindern. PUMA hat Stakeholder-Dialoge geführt, etwa mit Organisationen, die sich mit biologischer Vielfalt befassen. Beides wird im Abschnitt Allgemeine Informationen erläutert.

Unsere derzeitigen Richtlinien sehen keine Rückverfolgbarkeit von Produkten, Komponenten und Rohstoffen vor, die erhebliche Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und das Ökosystem entlang der Wertschöpfungskette haben. Stattdessen wird PUMA eine Anforderung zur Rückverfolgbarkeit in seine Produktionsvereinbarung mit Geschäftspartnern aufnehmen. Die Richtlinien befassen sich auch nicht mit der Beschaffung aus Ökosystemen, die zur Erhaltung oder Verbesserung der biologischen Vielfalt bewirtschaftet werden, mit den sozialen Auswirkungen unserer Aktivitäten im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt oder mit nachhaltigen Praktiken auf dem Land, in den Ozeanen oder im Meer. Die genannten Richtlinien werden 2026 in eine Umweltrichtlinie überführt, die diese fehlenden Komponenten berücksichtigt.

Maßnahmen im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt und den Ökosystemen (E4-3)

Eigene Geschäftstätigkeit

PUMA hat keine wesentlichen Auswirkungen auf Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität identifiziert, da sich die eigene Geschäftstätigkeit auf Büros, Ladengeschäfte und Lager beschränkt, sodass der ökologische Fußabdruck als gering eingeschätzt wird und nicht zu Landdegradation, Wüstenbildung, Bodenversiegelung oder Gefährdungen von Arten beiträgt. Daher ergreift PUMA an seinen eigenen Standorten keine wesentlichen Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt.

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Unser Engagement für den Fashion Pact und die Zusammenarbeit mit Organisationen wie Better Cotton, der Leather Working Group (LWG) und Canopy fördern die Beschaffung zertifizierter oder recycelter Materialien und das Bewusstsein für die biologische Vielfalt. Lokales und indigenes Wissen sowie naturbasierte Lösungen waren bisher nicht Teil von PUMAs Maßnahmen im Bereich biologische Vielfalt und Ökosysteme.

Verbesserte landwirtschaftliche Praktiken

Durch unsere Teilnahme an der BCI fördern wir bessere landwirtschaftliche Praktiken mit dem BCI-Bodenbewirtschaftungsplan und eine verantwortungsvolle Landnutzung.

Rindleder ohne Entwaldung

PUMA hat sich dem Aufruf von LWG und Textile Exchange angeschlossen und verpflichtet sich, bis 2030 oder früher sämtliches Rindleder aus einer vorgelagerten Wertschöpfungskette ohne Entwaldung zu beziehen. Wir haben Impact Partnership Incentives von Textile Exchange erworben, um Viehzüchter*innen in Mato Grosso, Brasilien, direkt zu unterstützen. Diese Anreize sollen die landwirtschaftlichen Praktiken so verbessern, dass sie bis 2027 eine Tierschutzzertifizierung erhalten und ihre Betriebe jährlich von Dritten als frei von Entwaldung oder Umwandlung verifiziert werden. Mit unserer Unterstützung konnten fünf Rinderfarmen die Benchmarking-Standards von Textile Exchange für den Tierschutz und ohne Entwaldung erreichen.

Landnutzung

Wir messen die Auswirkungen der verwendeten Rohstoffe auf die Landnutzung sowohl für PUMA als auch für stichd, um zu verstehen, wie sich die Rohstoffbeschaffung auf natürliche Lebensräume und Ökosysteme auswirken könnte. Unsere Ergebnisse zeigen, dass bei PUMA Baumwolle mit 61,5 % die größten Auswirkungen auf die Landnutzung hat, gefolgt von Leder mit 30,7 % und Polyester mit 4 %. Bei stichd hat Baumwolle mit 88,2 % den größten Einfluss auf die Landnutzung, gefolgt von Polyester mit 10,3 % und Papierverpackungen mit 1 %.

Lieferantenschulungen

Wir haben eine Schulung zum Thema Biologische Vielfalt für PUMAs Nachhaltigkeitsteams sowie 245 Teilnehmer*innen von Lieferanten aus Bereichen mit hohem und mittlerem Risiko durchgeführt. Diese Schulung behandelte die globalen Herausforderungen der biologischen Vielfalt, internationale Standards und die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Ökosysteme.

Kennzahlen und Ziele (MDR-M, MDR-T, E4-4)

Die Umweltrichtlinie, die Richtlinie zum Schutz der Biodiversität und der Wälder sowie das Tierschutzkonzept von PUMA zielen darauf ab, die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt durch verschiedene Maßnahmen zu reduzieren und über die Beschaffung von Materialien und die Produktion zu berichten. Wie im Abschnitt Allgemeine Informationen erläutert, gab es bei der Ausarbeitung der Ziele zur Unterstützung der SDGs und der Geschäftsstrategie einen Stakeholder-Dialog und Wesentlichkeitsanalysen.

PUMAs Ziele im Bereich Biodiversität stehen im Zusammenhang mit den wesentlichen Auswirkungen, Abhängigkeiten, Risiken und Chancen, die in der vorgelagerten Wertschöpfungskette identifiziert wurden. Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse und der Konsultationen mit den Stakeholdern hat PUMA erkannt, dass die Beschaffung von Naturfasern wie Baumwolle und Leder sowie die Landnutzung für den Rohstoffanbau zum Verlust der biologischen Vielfalt, zur Entwaldung und zur Störung von Ökosystemen beitragen können. Infolgedessen sind PUMAs Ziele in Bezug auf die biologische Vielfalt, wie z. B. die Beschaffung von Rindleder aus einer vorgelagerten Wertschöpfungskette ohne Entwaldung und die Festlegung von wissenschaftlich fundierten Emissionszielen (SBT) für die Natur, darauf ausgerichtet, diesen spezifischen Risiken und Abhängigkeiten zu begegnen. Die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele in Bezug auf die biologische Vielfalt werden jährlich anhand von Materialverbrauchsdaten (nach Gewicht) und der Erfassung des Anteils zertifizierter und recycelter Materialien überwacht.

Die Ziele orientieren sich nicht an der EU-Biodiversitätsstrategie 2030, da sie bereits vor deren Veröffentlichung festgelegt wurden. PUMA hat sich keine kontextbezogenen Ziele gesetzt und verfolgt daher ein übergreifendes Ziel. Die aktuellen Zielvorgaben im Bereich der biologischen Vielfalt für 2025 und 2030 beruhen nicht auf schlüssigen wissenschaftlichen Erkenntnissen oder standortspezifischen ökologischen Schwellenwerten. Diese Ziele wurden weder unter Berücksichtigung der ökologischen Grenzen des Planeten noch in Absprache mit den indigenen Gemeinschaften festgelegt. Sie orientieren sich nicht am Globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal (GBF). Diese fehlenden Elemente werden bei der Ausarbeitung wissenschaftlich fundierter Ziele nach SBTN aufgenommen, die bis 2030 abgeschlossen sein soll. In Bezug auf die Minderungshierarchie hat sich PUMA mit seiner Verpflichtung zu Rindleder ohne Entwaldung auf Vermeidungsmaßnahmen konzentriert. Andere Elemente der Minderungshierarchie wie Minimierung, Wiederherstellung und Sanierung werden im Rahmen der Ausarbeitung nach SBTN behandelt. Ausgleichsprogramme für die biologische Vielfalt wurden bisher nicht wahrgenommen und werden im Rahmen der Ausarbeitung nach SBTN berücksichtigt.

T.41 10FOR25-Ziele und Performance

Zielerreichung ● Erreicht ○ Teilweise erreicht

Position in der Wertschöpfungskette■□□ Vorgelagert□■□ Eigene Geschäftstätigkeit □□■ Nachgelagert

10FOR25-Ziel1

Position2

Geltungs-bereich3

Unternehmens-spezifisch

Basisjahr 2020

Ergebnis 2025

Unterstützung der Industrie bei der Festlegung eines wissenschaftlich fundierten Ziels für die biologische Vielfalt

■□□

PUMA

Teilnahme an den Webinaren von Fashion Pact zum Thema biologische Vielfalt

Sponsoring eines Berichts „Biodiversity Landscape Analysis“

Beschaffung zu 100 % von Baumwolle, Leder und Viskose aus zertifizierten Quellen4

■□□

PUMA, Cobra5

100 % Baumwolle (ohne Besatz)

97,9 % Leder

100 % Viskose

99,5 % Baumwolle (einschl. Besatz)

99,97 % Leder

92,5 % chemische Cellulosefasern (MMCF)

Keine Verwendung von Fellen oder Häuten exotischer Arten

■□□

PUMA-Gruppe

Keine Verwendung von Fellen oder Häuten exotischer Arten

Ausstieg aus der Verwendung von Känguruleder im Jahr 2023

Keine Verwendung von Fellen oder Häuten exotischer Arten

1 Die Ziele beruhen nicht auf schlüssigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie sind absolut und freiwillig. Alle Ziele gelten von Januar 2020 bis Dezember 2025.

2 Die Ziele gelten für alle Standorte der im Geltungsbereich aufgeführten Unternehmen.

3 Die PUMA-Gruppe umfasst alle PUMA-Unternehmen einschließlich stichd, Cobra Golf und PUMA United.

4 Die Daten des Jahres 2025 für PUMA, Cobra und stichd stammen von 712 Fabriken aus Tier 1 und Tier 2. Die Materialdaten umfassen den Materialverbrauch (nach Gewicht) in Produkten, Kennzeichnung und Verpackung. Bei den Daten handelt es sich um Primärdaten, die von Januar bis Oktober 2025 erhoben wurden, die Daten für November und Dezember 2025 beruhen auf Schätzungen.

5 Produkte der Marke Cobra, die von PUMA Group Sourcing (PGS) bezogen wurden. Ausgenommen sind Teile für Golfschläger, die von Cobra PUMA Golf bezogen wurden.

Wir verpflichten uns, unseren Wirtschaftssektor zu unterstützen, indem wir bis 2025 wissenschaftlich fundierte Ziele in Bezug auf die biologische Vielfalt oder Ökosysteme entwickeln. Eine wichtige Maßnahme war die Förderung des Berichts „Biodiversity Landscape Analysis“ im Jahr 2022. Dieses Ziel betrachten wir als erreicht. Es steht im Zusammenhang mit dem politischen Ziel einer Zusammenarbeit mit Kolleg*innen, Expert*innen und Stakeholdern. 2025 haben wir es geschafft, 99,5 % Baumwolle, 99,9 % Leder und 92,5 % chemische Cellulose aus zertifizierten Quellen zu verwenden. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass zertifizierte Materialien zwar weithin verfügbar sind, die Dynamik bei der Materialbeschaffung uns jedoch nach wie vor daran hindert, unsere Zielvorgabe von 100 % für 2025 zu erreichen.

T.42 Ziele und Bezugswerte der Vision 2030

Position in der Wertschöpfungskette■□□ Vorgelagert□■□ Eigene Geschäftstätigkeit □□■ Nachgelagert

Ziel der Vision 20301

Position2

Geltungs-bereich

Unternehmens-spezifisch

Basisjahr 2025

Festlegung wissenschaftlich fundierter Ziele gemäß SBTN

■□□

PUMA, Cobra3, stichd

Kein Ziel festgelegt

Bezug des gesamten Rindleders aus Quellen ohne Entwaldung4

■□□

PUMA

99,3 %

1 Alle Ziele sind absolut und freiwillig. Nur die Festlegung wissenschaftlich fundierter Ziele basiert auf schlüssigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, nämlich des SBTN. Alle Ziele gelten von Januar 2026 bis Dezember 2030.

2 Die Ziele gelten für alle Standorte der im Geltungsbereich aufgeführten Unternehmen.

3 Produkte der Marke Cobra, die von PUMA Group Sourcing (PGS) bezogen wurden. Ausgenommen sind Teile für Golfschläger, die von Cobra PUMA Golf bezogen wurden.

4 Die Daten des Jahres 2025 für PUMA, Cobra und stichd stammen von 712 Fabriken aus Tier 1 und Tier 2. Die Materialdaten umfassen den Materialverbrauch (nach Gewicht) in Produkten, Kennzeichnung und Verpackung. Bei den Daten handelt es sich um Primärdaten, die von Januar bis Oktober 2025 erhoben wurden, die Daten für November und Dezember 2025 beruhen auf Schätzungen.

Die Performance des Jahres 2025 dient als Bezugswert für alle Ziele der Vision 2030; für 2025 waren keine konkreten Fortschritte geplant. Ob die Fortschritte der geplanten Zielvorgabe entsprechen, wird ab 2026 analysiert. Bei Rindleder aus Quellen ohne Entwaldung wird das Ziel derzeit aufgrund seiner Rückverfolgbarkeit als die Menge Leder aus Gerbereien definiert, die von der LWG bewertet wurden. Wir sind uns jedoch bewusst, dass das derzeitige System die Risiken der Entwaldung nicht vollständig abmildert. Die Definition dieses Ziels wird in Zukunft geändert, sobald eine konkretere Definition in der Branche vorliegt.

PDF Cover

Voll­ständigen Bericht herunter­laden

ca. 9,17 MB