Strategie
PUMA ist bewusst, dass seine Wertschöpfungskette für den Bezug von Rohstoffen, Wasserverfügbarkeit und Klimastabilität auf gesunde Ökosysteme angewiesen ist. Die Schädigung dieser Systeme durch Abholzung, Verschmutzung oder Landnutzungsänderungen kann die Ressourcenströme unterbrechen und die regulatorischen und finanziellen Risiken erhöhen. In der Vorbereitung der Festlegung eines Ziels nach dem SBTN sollen weitere Ziele und Zielsetzungen konkretisiert sowie Strategien zu deren Erreichung identifiziert werden.
Übergangsplan und Berücksichtigung der biologischen Vielfalt in der Strategie (E4-1)
Das Geschäftsmodell von PUMA basiert auf einer Wertschöpfungskette für die Beschaffung von wichtigen Rohstoffen wie Baumwolle und Leder, die von gesunden Ökosystemen und der biologischen Vielfalt abhängen. Die Strategie des Unternehmens berücksichtigt Aspekte der biologischen Vielfalt, indem sie die Beschaffung von zertifizierten und recycelten Materialien priorisiert, eine regenerative Landwirtschaft unterstützt und die Lieferanten zu saubereren Produktionsverfahren anregt, um Landnutzungsänderungen, Wasserverbrauch und Umweltverschmutzung zu minimieren. Diese Abhängigkeiten und Auswirkungen stehen in direktem Zusammenhang mit der Fähigkeit von PUMA, die langfristige Verfügbarkeit von Ressourcen zu gewährleisten, regulatorische Risiken zu managen und die sich verändernden Erwartungen der Stakeholder zu erfüllen. Indem PUMA Risikobewertungen der biologischen Vielfalt und Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit in die Beschaffung einbezieht, stärkt das Unternehmen die Resilienz seiner vorgelagerten Wertschöpfungskette und stimmt seine Wachstumsziele auf den Erhalt von Ökosystemleistungen ab. Der Zusammenhang zwischen unseren Auswirkungen, Abhängigkeiten, Risiken und Chancen und unserer Strategie und unserem Geschäftsmodell wird im Abschnitt Allgemeine Informationen (IRO-1) dargelegt.
Wir haben einen detaillierten Klimaübergangsplan, der im Abschnitt E1 Klimawandel erläutert wird. Wir glauben, dass der Übergang zu erneuerbaren Energien und einem emissionsarmen Wachstumspfad dazu beitragen kann, die Krise der biologischen Vielfalt zu bewältigen, da der Verlust der biologischen Vielfalt und der Klimawandel voneinander abhängig sind und sich gegenseitig verstärken.
PUMAs Geschäftstätigkeit hängt von einem komplexen Netzwerk von Lieferanten, Herstellern und Händlern ab. Unsere Lieferanten sind unabhängige Drittunternehmen ohne Verbindung zu PUMA. Daher hat PUMA keine operative Kontrolle über sie. Weitere Einzelheiten können im Abschnitt Allgemeine Grundlagen für die Erstellung (BP-1) nachgelesen werden.
PUMAs große Abhängigkeit von der biologischen Vielfalt hängt in erster Linie mit seiner vorgelagerten Wertschöpfungskette und der Verwendung von landwirtschaftlichen Rohstoffen zusammen. Wir erkennen an, dass die Landwirtschaft die biologische Vielfalt durch Bodendegradation, Wasserverschmutzung und die Umwandlung von Lebensräumen beeinträchtigen kann. PUMA will zertifizierte und recycelte Materialien beziehen und so zum Schutz der biologischen Vielfalt beitragen, unterstützt Waldschutzinitiativen wie CanopyStyle und verlangt von den Lieferanten tierischer Produkte die Einhaltung bestehender Zertifizierungsstandards zum Tierschutz, wie etwa die Responsible Down Standards (RDS) und die Responsible Wool Standards (RWS).
Neben der Rohstoffproduktion können sich Herstellungsprozesse aufgrund der Umweltverschmutzung beim Färben von Textilien und Gerben von Leder auf die biologische Vielfalt auswirken. Diese sind im Abschnitt E2 Umweltverschmutzung aufgeführt.
PUMA ist bestrebt, die Resilienz der Ökosysteme über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu schützen und zu verbessern, indem das Unternehmen einen Übergangsplan für die biologische Vielfalt entwickelt. Dieser Plan orientiert sich am Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework und den SDGs 14 und 15. Der Ansatz konzentriert sich auf die Vermeidung und Verringerung negativer Auswirkungen, das Management wichtiger Abhängigkeiten und Risiken und die Wiederherstellung prioritärer Lebensräume.
Im Rahmen der Biodiversitätsrisikobewertung 2025 wurden 80 Produktionsstätten von Lieferanten anhand von 20 physischen Risikoindikatoren nach den Leitlinien des Biodiversity Risk Filter (BRF) des WWF bewertet. Übergangs- und systemische Risiken wurden in dieser Bewertung nicht berücksichtigt. Bei der Risikopriorisierung wurden die wichtigsten geschäftsrelevanten Annahmen zugrunde gelegt, während als Zeithorizont das aktuelle Berichtsjahr verwendet wurde. Die Bewertung ergab, dass viele dieser Standorte erheblichen Risiken ausgesetzt sind, wobei die meisten hohe oder sehr hohe Werte in mehreren Bereichen aufweisen. Die größten Risiken sind Wasserverfügbarkeit, Wald, Produktivität, Erdrutsche, begrenzte Verfügbarkeit von Wildpflanzen und -tieren und Waldbrandgefahr. Bei dieser Bewertung wurden keine Stakeholder wie z. B. Personen mit indigenem und lokalem Wissen einbezogen.
Bei der Materialbeschaffung soll der Fokus auf prioritären Risiken liegen, die Rückverfolgbarkeit weiter verbessert und die fortlaufende Ausrichtung an Branchenprogrammen sichergestellt werden. PUMA ist bestrebt, die Partnerschaften mit seinen Lieferanten zu stärken und Zertifizierungsstandards wie die des Forest Stewardship Council und der Better Cotton Initiative einzuhalten.
Konzepte im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen (E4-2)
Der Vorstand von PUMA ist für die Genehmigung und Umsetzung der Richtlinie zum Schutz der Biodiversität und der Wälder, der Umweltrichtlinie und des Tierschutzkonzepts von PUMA verantwortlich. Diese beziehen sich vorrangig auf unsere vorgelagerte Wertschöpfungskette. Die Richtlinien von PUMA sind für potenziell betroffene Stakeholder öffentlich zugänglich, ermöglichen Feedback und werden unter Berücksichtigung von Input der Stakeholder sowie aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse fortlaufend überprüft und weiterentwickelt. Unsere Richtlinien sind in die gesamte Nachhaltigkeitsstrategie und das Geschäftsmodell von PUMA integriert. Unser Ansatz ist in unserem Verhaltenskodex und unseren Handbüchern zur Nachhaltigkeit verankert, die für alle Lieferanten vertraglich bindend sind. Sie werden bei Bedarf aktualisiert, um den sich ändernden gesetzlichen Anforderungen Rechnung zu tragen. Die Einhaltung der Richtlinien wird durch eine jährliche Datenerhebung überwacht. Die Wirksamkeit unserer Maßnahmen wird durch die Berichterstattung über die Fortschritte bei der Zielerreichung überprüft.
Diese Richtlinien wurden erstellt, um unsere wesentlichen Auswirkungen und Abhängigkeiten sowie die physischen Risiken und Übergangsrisiken im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt und den Ökosystemen, die im Rahmen unserer IRO-Bewertung ermittelt wurden, zu mindern. PUMA hat Stakeholder-Dialoge geführt, etwa mit Organisationen, die sich mit biologischer Vielfalt befassen. Beides wird im Abschnitt Allgemeine Informationen erläutert.
Unsere derzeitigen Richtlinien sehen keine Rückverfolgbarkeit von Produkten, Komponenten und Rohstoffen vor, die erhebliche Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und das Ökosystem entlang der Wertschöpfungskette haben. Stattdessen wird PUMA eine Anforderung zur Rückverfolgbarkeit in seine Produktionsvereinbarung mit Geschäftspartnern aufnehmen. Die Richtlinien befassen sich auch nicht mit der Beschaffung aus Ökosystemen, die zur Erhaltung oder Verbesserung der biologischen Vielfalt bewirtschaftet werden, mit den sozialen Auswirkungen unserer Aktivitäten im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt oder mit nachhaltigen Praktiken auf dem Land, in den Ozeanen oder im Meer. Die genannten Richtlinien werden 2026 in eine Umweltrichtlinie überführt, die diese fehlenden Komponenten berücksichtigt.
Maßnahmen im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt und den Ökosystemen (E4-3)
Eigene Geschäftstätigkeit
PUMA hat keine wesentlichen Auswirkungen auf Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität identifiziert, da sich die eigene Geschäftstätigkeit auf Büros, Ladengeschäfte und Lager beschränkt, sodass der ökologische Fußabdruck als gering eingeschätzt wird und nicht zu Landdegradation, Wüstenbildung, Bodenversiegelung oder Gefährdungen von Arten beiträgt. Daher ergreift PUMA an seinen eigenen Standorten keine wesentlichen Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt.
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Unser Engagement für den Fashion Pact und die Zusammenarbeit mit Organisationen wie Better Cotton, der Leather Working Group (LWG) und Canopy fördern die Beschaffung zertifizierter oder recycelter Materialien und das Bewusstsein für die biologische Vielfalt. Lokales und indigenes Wissen sowie naturbasierte Lösungen waren bisher nicht Teil von PUMAs Maßnahmen im Bereich biologische Vielfalt und Ökosysteme.
Verbesserte landwirtschaftliche Praktiken
Durch unsere Teilnahme an der BCI fördern wir bessere landwirtschaftliche Praktiken mit dem BCI-Bodenbewirtschaftungsplan und eine verantwortungsvolle Landnutzung.
Rindleder ohne Entwaldung
PUMA hat sich dem Aufruf von LWG und Textile Exchange angeschlossen und verpflichtet sich, bis 2030 oder früher sämtliches Rindleder aus einer vorgelagerten Wertschöpfungskette ohne Entwaldung zu beziehen. Wir haben Impact Partnership Incentives von Textile Exchange erworben, um Viehzüchter*innen in Mato Grosso, Brasilien, direkt zu unterstützen. Diese Anreize sollen die landwirtschaftlichen Praktiken so verbessern, dass sie bis 2027 eine Tierschutzzertifizierung erhalten und ihre Betriebe jährlich von Dritten als frei von Entwaldung oder Umwandlung verifiziert werden. Mit unserer Unterstützung konnten fünf Rinderfarmen die Benchmarking-Standards von Textile Exchange für den Tierschutz und ohne Entwaldung erreichen.
Landnutzung
Wir messen die Auswirkungen der verwendeten Rohstoffe auf die Landnutzung sowohl für PUMA als auch für stichd, um zu verstehen, wie sich die Rohstoffbeschaffung auf natürliche Lebensräume und Ökosysteme auswirken könnte. Unsere Ergebnisse zeigen, dass bei PUMA Baumwolle mit 61,5 % die größten Auswirkungen auf die Landnutzung hat, gefolgt von Leder mit 30,7 % und Polyester mit 4 %. Bei stichd hat Baumwolle mit 88,2 % den größten Einfluss auf die Landnutzung, gefolgt von Polyester mit 10,3 % und Papierverpackungen mit 1 %.
Lieferantenschulungen
Wir haben eine Schulung zum Thema Biologische Vielfalt für PUMAs Nachhaltigkeitsteams sowie 245 Teilnehmer*innen von Lieferanten aus Bereichen mit hohem und mittlerem Risiko durchgeführt. Diese Schulung behandelte die globalen Herausforderungen der biologischen Vielfalt, internationale Standards und die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Ökosysteme.