ERLÄUTERUNGEN ZUM JAHRESABSCHLUSS DER PUMA SE NACH HGB

Der Jahresabschluss der PUMA SE wird nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und unter Berücksichtigung des SEAG sowie des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die PUMA SE ist die Muttergesellschaft des PUMA-Konzerns. Die Ergebnisse der PUMA SE sind in hohem Maße von den direkt und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen beeinflusst. Die Geschäftsentwicklung der PUMA SE unterliegt grundsätzlich den gleichen Risiken und Chancen wie die des PUMA-Konzerns. Zusätzlich ergeben sich bei der Steuerung des Ergebnisses vor Steuern (EBT) Effekte aus Veränderungen des Finanzergebnisses.

Die PUMA SE ist für das Großhandelsgeschäft der Region DACH, bestehend aus dem Heimatmarkt Deutschland, Österreich und der Schweiz, verantwortlich. Darüber hinaus obliegt der PUMA SE auch der paneuropäische Vertrieb für einzelne Großkunden und die Beschaffung von Produkten aus europäischen Produktionsländern sowie die weltweite Lizenzverwaltung. Weiterhin fungiert die PUMA SE als Holding innerhalb des PUMA-Konzerns und ist als solche für die internationale Produktentwicklung und das Merchandising, für das internationale Marketing und auch für die globalen Bereiche Finanzen, Operations sowie die strategische Ausrichtung von PUMA verantwortlich.

ERTRAGSLAGE

T.04 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (HGB)

2022 2021
€ Mio. % € Mio. % +/- %
Umsatzerlöse 1.151,9 100,0% 948,7 100,0% 21,4%
Sonstige betriebliche Erträge 84,0 7,3% 31,4 3,3% 167,5%
Materialaufwand -316,4 -27,5% -270,8 -28,5% 16,8%
Personalaufwand -120,2 -10,4% -120,4 -12,7% -0,2%
Abschreibungen -36,8 -3,2% -29,4 -3,1% 25,3%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -816,3 -70,9% -630,8 -66,5% 29,4%
Summe Aufwendungen -1.289,7 -112,0% -1.051,4 -110,8% 22,7%
Finanzergebnis 189,5 16,5% 208,6 22,0% -9,1%
Ergebnis vor Ertragssteuern 135,8 11,8% 137,3 14,5% -1,0%
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -18,8 -1,6% -13,7 -1,4% 37,4%
Jahresüberschuss 117,0 10,2% 123,6 13,0% -5,4%

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2022 insgesamt um 21,4% auf € 1.151,9 Mio. Der Anstieg resultierte sowohl aus höheren Umsätzen aus Produktverkäufen sowie gestiegenen Provisionserträgen im Rahmen der Lizenzverwaltung. Die Umsätze aus Produktverkäufen der PUMA SE stiegen um 23,4% auf € 508,9 Mio. (Vorjahr: € 412,5 Mio.). Die in den Umsatzerlösen enthaltenen Lizenz- und Provisionserträge erhöhten sich um 19,0% auf € 589,0 Mio. (Vorjahr: € 495,1 Mio.). Die übrigen Umsatzerlöse, welche vor allem die Weiterbelastung von Kosten an verbundene Unternehmen beinhalten, betrugen im Jahr 2022 € 53,9 Mio. (Vorjahr: € 41,2 Mio.).

Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich im Jahr 2022 auf € 84,0 Mio. (Vorjahr: € 31,4 Mio.) und beinhalten insbesondere realisierte und unrealisierte Erträge aus der Währungsumrechnung infolge der Stichtagsbewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung.

Die Summe der Aufwendungen aus Materialaufwand, Personalaufwand, Abschreibungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 22,7% auf € 1.289,7 Mio. (Vorjahr: Summe € 1.051,4 Mio.). Der Anstieg des Materialaufwands im Vergleich zum Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus den gestiegenen Umsatzerlösen. Der Personalaufwand befindet sich auf aufgrund einer höheren Anzahl an Mitarbeiter*innen und im Gegenzug niedrigerer Zuführung zu Personalrückstellungen auf Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen aufgrund gestiegener Verwaltungs-, Marketing- und Vertriebsaufwendungen.

Das Finanzergebnis reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 9,1% auf € 189,5 Mio. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus höheren Aufwendungen und niedrigeren Erträgen aus Ergebnisübernahmen von verbundenen Unternehmen. Ferner wurde im Geschäftsjahr die Beteiligung an der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA (BVB), Dortmund, aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung in Höhe von € 5,7 Mio. abgeschrieben. Im Gegenzug hatten deutliche höhere Erträge aus Dividenden von Beteiligungen an verbundenen Unternehmen sowie ein verbessertes Zinsergebnis eine positive Auswirkung auf die Entwicklung des Finanzergebnisses.

Die deutlich gestiegenen Umsätze wurden durch den Anstieg der Aufwendungen und den Rückgang des Finanzergebnisses ausgeglichen, weshalb sich das Ergebnis vor Ertragssteuern um 1,0% von € 137,3 Mio. im Vorjahr auf € 135,8 Mio. im Jahr 2022 reduzierte. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich auf € 18,8 Mio. (Vorjahr: € 13,7 Mio.). Dementsprechend reduzierte sich der handelsrechtliche Jahresüberschuss der PUMA SE im Geschäftsjahr 2022 um 5,4% auf € 117,0 Mio. (Vorjahr: € 123,6 Mio.).

VERMÖGENSLAGE

T.05 BILANZ (HGB)

12/31/2022 12/31/2021
€ Mio. % € Mio. % +/- %
Summe Anlagevermögen 1.100,3 43,7% 1.087,0 50,3% 1,2%
Vorräte 115,2 4,6% 53,9 2,5% 113,6%
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.177,8 46,8% 607,2 28,1% 94,0%
Flüssige Mittel 96,5 3,8% 398,8 18,4% -75,8%
Summe Umlaufvermögen 1.389,5 55,2% 1.059,9 49,0% 31,1%
Sonstige 25,2 1,0% 15,1 0,7% 66,5%
Summe Aktiva 2.515,1 100,0% 2.162,0 100,0% 16,3%
Eigenkapital 933,8 37,1% 916,9 42,2% 1,8%
Rückstellungen 141,9 5,6% 117,6 5,4% 20,7%
Verbindlichkeiten 1.438,9 57,2% 1.127,0 52,1% 27,7%
Sonstige 0,5 0,0% 0,5 0,0% 0,3%
Summe Passiva 2.515,1 100,0% 2.162,0 100,0% 16,3%

Das Anlagevermögen erhöhte sich im Jahr 2022 um insgesamt 1,2% auf € 1.100,3 Mio. Der Anstieg steht in Zusammenhang mit weiteren Investitionen in die IT. Ferner ergibt sich ein gegenläufiger Effekt aus der außerplanmäßigen Abschreibung der Anteile an der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA (BVB).

Der Anstieg der Vorräte im Umlaufvermögen um 113,6% auf € 115,2 Mio. ist im Wesentlichen bedingt durch die verbesserte Warenverfügbarkeit, da sich die Vorratsbestände zum Bilanzstichtag im Vorjahr aufgrund der COVID-19-bedingten Fabrikschließungen in Vietnam auf niedrigem Niveau befanden. Zudem trug das allgemeine Wachstum zum Anstieg der Vorräte bei. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stiegen im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 94,0% auf € 1.177,8 Mio. Insbesondere erhöhte Forderungen gegen verbundene Unternehmen trugen zu dieser Entwicklung bei. Die Flüssigen Mittel reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um 75,8% auf € 96,5 Mio.

Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital aufgrund des Jahresüberschusses im Jahr 2022 um 1,8% auf € 933,8 Mio. Dennoch führte die aufgrund höherer Rückstellungen und Verbindlichkeiten gestiegene Bilanzsumme zu einer Verringerung der Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag von 42,4% im Vorjahr auf 37,1% zum 31. Dezember 2022.

Die Rückstellungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 20,7% auf € 141,9 Mio. Diese Entwicklung resultierte aus höheren Rückstellungen für Steuern und für ausstehende Rechnungen. Die Verbindlichkeiten stiegen von € 1.127,0 Mio. im Vorjahr auf € 1.438,9 Mio. zum 31. Dezember 2022. Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aufgrund von Warenlieferungen. Demgegenüber sanken die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aufgrund der teilweisen Rückzahlung von Schuldscheindarlehen.

FINANZLAGE

T.06 KAPITALFLUSSRECHNUNG (HGB)

2022 2021
€ Mio. € Mio. +/- %
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 4,9 124,0 -96,0%
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -441,2 -206,7 113,4%
Freier Cashflow -436,3 -82,7 >100%
Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit 134,0 221,4 -39,5%
Veränderung des Finanzmittelbestandes -302,3 138,6 >-100%
Flüssige Mittel am Anfang des Geschäftsjahres 398,8 260,2 53,3%
Flüssige Mittel am Ende des Geschäftsjahres 96,5 398,8 -75,8%

Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit reduzierte sich im Geschäftsjahr 2022 von € 124,0 Mio. auf € 4,9 Mio. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg des Vorratsbestandes.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit im Jahr 2022 beinhaltet die Investitionen in das Anlagevermögen und die Mittelabflüsse aus der Ausreichung von Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ergab im Jahr 2022 insgesamt einen Mittelzufluss von € 134,0 Mio. (Vorjahr: € 221,4 Mio.). Der Mittelzufluss war im Wesentlichen auf den Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen. Demgegenüber führten die teilweise Tilgung der Schuldscheindarlehen in Höhe von € 68,5 Mio. und die Dividendenzahlung an die Anteilseigner der PUMA SE für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von € 107,7 Mio. zu einem Mittelabfluss.

AUSBLICK

Wir erwarten im handelsrechtlichen Jahresabschluss der PUMA SE für das Geschäftsjahr 2023 einen Anstieg der Umsatzerlöse im hohen einstelligen Prozentbereich. Unter der Annahme von Dividenden aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen auf Vorjahresniveau erwarten wir für das Geschäftsjahr 2023 ein Ergebnis vor Steuern auf Vorjahresniveau.